Hilfsorganisation nimmt Ukraine-Flüchtlinge am Hbf Stuttgart in Empfang

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Jeden Tag kommen Menschen aus der Ukraine bei uns in Stuttgart an und werden am Hauptbahnhof unter anderem von der Hilfsorganisation Wolja in Empfang genommen. Über 100 ehrenamtliche Helfer versorgen die Menschen rund um die Uhr mit dem Nötigsten und informieren. Direkt am Bahngleis haben sie einen kleinen Stand aufgebaut. 

 

Sprachbarrieren durchbrechen

Viele der Helfer sprechen Ukrainisch oder Russisch – das helfe, Barrieren zu durchbrechen und schaffe Geborgenheit, sagt Maria Azzarone, eine der Mitbegründerinnen der Organisation. Viele der Flüchtlinge sprechen kein Englisch – die Gruppe bündelt daher alle wichtigen Informationen mehrsprachig auf ihrer Instagram-Seite. Wohin wende ich mich in medizinischen Notfällen? Wo kann man Geld wechseln? Maria ist es wichtig, dass die Menschen vor Ort erstmal ankommen. Viele Momente und Begegnungen wird sie so schnell nicht vergessen, hat sie uns gesagt: „Menschen, die hier aus dem Zug aussteigen und in Tränen und glücklich sind, dass sie endlich in Freiheit sind. Die hier ein neues Leben anfangen können und nicht mehr in Gefahr und im Krieg sind.

 

Nicht einfach zusehen, sondern handeln 

Immer wenn er Zeit hat, ist Daniel am Hauptbahnhof in Stuttgart. Heute ist er zum Beispiel Schichtleiter und kümmert sich um die Koordination der Freiwilligen. Am Morgen ist es in der Regel ruhiger, weil viele Menschen aus größeren Städten wie zum Beispiel aus Berlin nach Stuttgart anreisen. Am Abend kann es dann aber auch mal stressig werden, hat er mir gesagt. Daniel hat ukrainische Wurzeln und ein Teil seiner Familie lebt auch noch dort. Ihnen geht es soweit gut, wobei sein Cousin aktuell im Wehrdienst ist. Für Daniel ist klar, dass er helfen möchte: “Ich kann nicht einfach Nachrichten schauen und nichts tun, ich habe das Bedürfnis was zu tun, auch weil ich russisch spreche, ich möchte helfen mit dem was ich habe."  

 

Auch geflüchtete Menschen unterstützen am Hauptbahnhof

Tetiana ist vor starken zwei Wochen aus Kiew nach Stuttgart gekommen. Sie kommt aus der Nähe von Kiew und ist gemeinsam mit ihrer Mutter, Schwester und Freundinnen aus der Ukraine geflohen. Ihr Mann ist noch in Kiew und auch viele Freunde konnten die Ukraine noch nicht verlassen. Auf der Flucht hat sie ihre Schwester und Mutter verloren. Ihre Schwester ist ist jetzt in Slowenien, ihre Mutter war erst in Tschechien und konnte jetzt auch nach Stuttgart reisen. Zu ihren Verwandten und Freunden in der Ukraine hat sie Kontakt - immer wieder bricht der aber ab, weil es zum Beispiel keinen Strom gibt. Aktuell ist Tetiana am Hauptbahnhof in Stuttgart und hilft mit. Heute hat sie zum Beispiel in der Küche ausgeholfen. Tetiana ist froh, dass sie in Stuttgart und in Sicherheit ist: “Als ich nach Stuttgart gekommen bin, habe ich eine Unterkunft bei einem Mann bekommen. Als ich erfahren habe, dass er die Hilfe am Bahnhof in Stuttgart organisiert, habe ich sofort beschlossen, dass ich auch helfen möchte”. 

 

Hilfsorganisationen vernetzen sich

Wolja arbeitet eng mit der Stadt Stuttgart, der Deutschen Bahn und der Bahnhofsmission zusammen. Auch das Deutsche Rote Kreuz sowie weitere Hilfsorganisationen wie die Malteser unterstützen. Gemeinsam kümmern sie sich rund um die Uhr um die Menschen, die aus der Ukraine hier in Stuttgart am Hauptbahnhof ankommen. Auch der Warteraum der Deutschen Bahn wurde als eine Art Notunterkunft umgewandelt, damit sich die Geflüchteten erstmal ausholen können und etwas zu essen und trinken bekommen. 

 

Freiwillige Helfer gesucht

Wer helfen möchte, russisch oder ukrainisch spricht, kann sich direkt bei Wolja melden. Informationen, wie ihr spenden oder weiter unterstützen könnt, findet ihr hier

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