Palmer will sich der Debatte mit der AfD stellen. (Archivbild) , © Silas Stein/dpa
Palmer will sich der Debatte mit der AfD stellen. (Archivbild)  Silas Stein/dpa, dpa
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So soll das Palmer-AfD-Streitgespräch laufen

30.08.2025

Die öffentliche Diskussionsrunde zwischen Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) und dem AfD-Landeschef Markus Frohnmaier sorgt jetzt schon für Wirbel in der Stadt. Gegendemonstrationen wurden für den kommenden Freitag schon angekündigt. Was man über die Veranstaltung wissen muss.

Warum gibt es das Streitgespräch?

Palmer hatte sich im Zuge der Absage einer AfD-Demonstration Mitte Juli dazu bereiterklärt, mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag zu diskutieren. Wie die Debatte am 5. September genau laufen wird, ist noch nicht klar. Zu den genauen Spielregeln will sich die Stadt erst am kommenden Montag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz äußern.

Gibt es noch Karten für den Abend?

Die Veranstaltung startet ab 19 Uhr und ist restlos ausverkauft. Das Streitgespräch soll vor rund 700 Menschen geführt werden. Über eine Los-Box können Zuhörerinnen und Zuhörer Fragen und Statements einreichen, wie die Stadt auf ihrer Webseite schreibt. Eine Auswahl werde in der Halle vorgelesen und fließe in die Diskussion auf der Bühne ein.

Wird das Streitgespräch übertragen?

Die Stadt als Veranstalterin plant einen Livestream im Internet. Mit der Übertragung der Veranstaltung auf einer unabhängigen Internetseite sei ein externer Dienstleister beauftragt worden, so die Stadt. Der Link sei am Veranstaltungstag auf der Webseite der Kommune abrufbar.

Was erwarten die Kontrahenten von dem Abend?

Palmer ist laut Stadt aktuell im Urlaub und will sich am Montag bei einer Pressekonferenz äußern. Frohnmaier teilte auf Nachfrage mit, dass das Gespräch für ihn ein starkes Zeichen für eine offene Debattenkultur sei. «Ich freue mich auf einen spannenden Abend, zu dem Herr Palmer im Vorfeld bestens geworben hat.»

Sind Demonstrationen an dem Abend angekündigt worden?

Die Veranstaltung kommt nicht bei allen in Tübingen gut an. Kritiker werfen Palmer vor, der AfD unnötig eine Bühne zu bereiten. Gleich mehrere Demonstrationsaufrufe gibt es für den Abend. Palmer schrieb auf Facebook, dass er die Demos unterstütze und teilte eine Ankündigung in seiner Timeline.

Er schrieb dazu am Freitag: «Die AfD ist in Tübingen nicht im Gemeinderat. Sie hat weniger als 7% bei der Bundestagswahl erreicht. Das soll so bleiben und deshalb unterstütze ich ausdrücklich alle friedlichen Proteste gegen den Versuch der AfD, in Tübingen Fuß zu fassen.»

Über die Stadt ließ er mitteilen, dass er bereit sei, die Demonstranten mit einem Redebeitrag zu unterstützen. «Gemeinsam können wir zeigen, dass Tübingen die inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD sucht und zugleich zusammensteht, um Demokratie, Menschenwürde und Menschenrechte zu verteidigen.»

Wie viele Demonstranten sind angemeldet?

Zu den Demos haben laut Stadt Fridays for Future, das Bündnis gemeinsam und solidarisch gegen Rechts Reutlingen-Tübingen und Omas gegen Rechts aufgerufen. Rund 1500 Menschen seien angemeldet. Man rechne aber mit deutlich mehr. Es gibt aber auch Befürworter für den Austausch.

Es gibt großes Interesse an der ausverkauften Veranstaltung. (Archivbild) , © Jan-Philipp Strobel/dpa

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