Feiert am Samstag seine Heimpremiere als Augsburg-Trainer: Sandro Wagner. (Archivbild), © Hendrik Schmidt/dpa
Feiert am Samstag seine Heimpremiere als Augsburg-Trainer: Sandro Wagner. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa, dpa
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Der Energie-Gipfel: Bayern erwarten heißen Tanz mit Wagner

29.08.2025

Vincent Kompany war bester Laune. Er sei also so etwas «wie ein Leihspieler», scherzte der Trainer des FC Bayern, als sich ein Journalist bei der Pressekonferenz als Praktikant vorstellte. «Wenn wir Bus fahren, ist es ein Derby», sagte der Belgier danach und sorgte gleich noch mal für Erheiterung. Eine Spritztour sieht Kompany, der von Auswärtsspielen mit den Münchnern vor allem Flugreisen gewohnt ist, in dem Trip zum FC Augsburg allerdings ganz und gar nicht. Der 39-Jährige stellt sich am Samstag (18.30 Uhr/Sky) auf einen heißen Tanz ein - ganz sicher auch wegen Sandro Wagner.

Er kenne den früheren Assistenten von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht persönlich, sagte Kompany. Ein neuer Coach in der Liga bringe aber immer «neue Ideen» und «neue Herausforderungen» mit. Und Wagner, davon ist nach den bisherigen Eindrücken in dieser noch jungen Saison auszugehen, dürfte Kompanys Bayern vor eine gewaltige Aufgabe stellen. Der 37-Jährige ist eine der spannendsten Persönlichkeiten, die in der Fußball-Bundesliga aktuell an der Seitenlinie stehen. Ein Typ mit Ecken und Kanten. Ein großer Motivator. Und ein waschechter Münchner. Das Wiedersehen mit den Bayern als Energie-Gipfel.

Augsburger wollen «gallig» sein

Es sei ein «normales Bundesliga-Spiel», sagte Wagner. So richtig glauben mochte ihm das keiner. Der Ex-Profi wurde in München geboren, ist dort aufgewachsen, trug jahrelang selbst das Trikot der Bayern. Natürlich wird die Heim-Premiere als FCA-Trainer für den früheren Nationalstürmer in vielerlei Hinsicht speziell. Womöglich will sich Wagner, der beim 3:1 zum Liga-Start in Freiburg reichlich Emotionen zeigte, aber auch einfach selbst etwas bremsen.

Ein «Bonusspiel» sei es jedenfalls nicht, erklärte der junge Coach. Diese «Verlierer-Haltung» habe man nicht. Ob «etwas Filigranes» oder der «Dampfhammer» das passende taktische Werkzeug sei, müsse man sehen.

So «gallig» wie im Breisgau wolle man auch gegen die Bayern auftreten, kündigte zumindest Verteidiger Marius Wolf an. Es wäre nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass der FCA dem FCB ein Schnippchen schlägt.

Bayerns wilder Ritt im Pokal

Doch Kompany wirkt vorbereitet. Er hoffe auf eine ähnliche Leistung wie beim 6:0 zum Liga-Auftakt gegen RB Leipzig, meinte der Bayern-Trainer. Von dem wilden Ritt beim 3:2 im DFB-Pokal bei Drittligist SV Wehen Wiesbaden, bei dem sie nach 2:0-Führung am Mittwoch noch erstaunlich ins Wanken geraten waren, wollen sich die Münchner nicht weiter aus der Balance bringen lassen. Der vierte Sieg im vierten Pflichtspiel der Saison ist das klare Ziel des Rekordmeisters.

Nachdem sie mit ansehen mussten, wie ihr Wunschspieler Nick Woltemade vom VfB Stuttgart den Weg Richtung Newcastle United eingeschlagen hat und ihre bisherigen Transferaktivitäten in diesem Sommer mitunter reichlich kritisch begleitet wurden, täte den Bayern ein sportliches Statement unmittelbar vor der dann folgenden Länderspielpause sicher noch mal gut.

Kompany: Bayerns Hunger nicht unterschätzen

Mit welchen Mitteln auch immer. «Ich gehe immer davon aus, dass gegen Bayern zu gewinnen sich für jede Mannschaft so anfühlt, wie einen Titel zu gewinnen», sagte Kompany vor dem Augsburg-Spiel. «Was man aber nicht unterschätzen darf, ist, wie hungrig wir sind, und wie viel Bock wir haben.»

Man wolle sich nicht nur auf die sportliche Qualität reduzieren lassen, gab der Coach des bayerischen Starensembles um die Offensiv-Asse Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz zu verstehen. Seine Mannschaft bringe auch die Basics mit: «Hart arbeiten, kämpfen, bereit sein, laufen.» Die Spieler seien in der Lage, auch mal über die «Schmerzgrenze» zu gehen. Klingt wirklich nach Derby. Und einem heißen Tanz.

Tritt mit dem FC Bayern am Samstag in Augsburg an: Trainer Vincent Kompany. (Archivbild), © Uwe Anspach/dpa

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