

Die 2,3-Sekunden-Marke: Wenn Reichweite allein nicht mehr ausreicht
Eine Impression ist kein Erfolg, sondern nur eine Gelegenheit. Dass diese Gelegenheit immer seltener genutzt wird, belegt die aktuelle Attention-Analyse von OMD Germany und eye square. Die zentrale Erkenntnis: Wir verlieren in digitalen Umgebungen massiv an Aufmerksamkeit.
Fakten-Check: Die Erosion der digitalen Aufmerksamkeit
Die Zahlen der Studie zeichnen ein klares Bild der aktuellen User-Experience in sozialen Netzwerken und digitalen Feeds:
- 40 % weniger Aufmerksamkeit: Um diesen Wert ist die Betrachtungsdauer von In-Feed Ads seit 2019 eingebrochen.
- Das Zeitfenster: Werbebotschaften bleiben oft nur noch 2,3 Sekunden, um eine Wirkung zu erzielen.
- Video-Ads: Auch Online-Video kämpft mit sinkender Akzeptanz und immer schnellerem Wegschalten.
Für Marketing-Entscheider bedeutet das: Die alte Währung "Impressions" verliert an Wert, wenn die "Attention" nicht mitgeliefert wird.
TV und Audio als Stabilisatoren im Media-Mix
Während die Aufmerksamkeit in Feeds fragmentiert, zeigen klassische Kanäle eine bemerkenswerte Resilienz. Das liegt vor allem an der psychologischen Nutzungssituation:
- TV (Lean-Back): Fernsehen wird weiterhin in einem Modus konsumiert, der längere und konzentriertere Werbekontakte ermöglicht.
- Audio (Begleiter): Radio und digitale Audio-Formate wie Podcasts besetzen den Alltag – im Auto, beim Sport oder im Haushalt. Audio-Kontakte sind organisch und lassen sich kaum "wegscrollen". Die Marke verankert sich hier subtiler, aber stetiger über Stimme und Sound-Identity.
| Kanal | Funktion | Wirkungsweise |
| Digital | Reichweite & Targeting | Schnelle Awareness & Call-to-Action |
| TV | Vertrauen & Storytelling | Aufbau von Markenautorität in Ruhepausen |
| Audio | Emotion & Frequenz | Kontinuierliche Präsenz im Unterbewusstsein |
4 konkrete Maßnahmen für mehr Werbe-Attention im Media-Mix
1. Erste Sekunden priorisieren: Marke und Kernbotschaft gehören an den Anfang, nicht ins Abspann-Feld.
2. KPIs weiterdenken: Impressionen allein reichen nicht. Attention, Verweildauer und Kontaktqualität werden zur neuen Währung.
3. Kanalrollen sauber definieren: Social aktiviert, TV schafft fokussierte Reichweite, Audio verankert Marken kontinuierlich im Alltag.
4. Audio strategisch einsetzen: Radio und digitale Audioformate schaffen Präsenz ohne „Wegscroll-Option“.
Fazit
Aufmerksamkeit lässt sich nicht erzwingen, aber man kann die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung erhöhen. Wer digitale Schnelligkeit mit der emotionalen Tiefe von TV und Audio kombiniert, verteilt sein Risiko und sorgt dafür, dass Botschaften nicht nur gesehen, sondern tatsächlich gelernt werden.
Quellen & Studienhintergrund: Die Analyse basiert auf der langjährigen Forschungskooperation von OMD Germany und dem Marktforschungsinstitut eye square. Die Daten liefern einen objektiven Benchmark für die reale Werbewahrnehmung im deutschsprachigen Markt.
- Eye square: [https://www.eye-square.com/en/]
- Agentur: [https://www.omd.com/]
- Originalartikel: https://www.pressebox.de/pressemitteilung/eye-square-gmbh/sinkende-attention-warum-2-3-sekunden-ber-werbeerfolg-entscheiden/boxid/1283830



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