Original Ostermann: Wählen gehen – und erst später meckern

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Egal wo wir derzeit hingehen – überall lächeln uns Wahlplakate an, Slogans versprechen „Zukunft“, „Sicherheit“ und „jetzt aber wirklich Veränderung“.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg steht vor der Tür.

Und gelegentlich fragt man sich schon: Muss ich da am 8. März wirklich hin? Ja!

Denn Nicht-Wählen ist keine politische Haltung, sondern wie beim Restaurantbesuch zu sagen: „Mir ist egal, was ich esse“ – und sich dann drei Tage über die Suppe zu beschweren. Demokratie funktioniert leider nicht über passives aggressiv sein auf dem Sofa. Sie braucht kleine, unscheinbare Kreuze auf Papier, die erstaunlich viel Macht haben.

Wir diskutieren stundenlang über Tempolimits, Windräder und ob das neue Schulkonzept wirklich Sinn ergibt, aber beim Wählen sagen manche: „Ach, meine Stimme zählt doch eh nicht.“ Doch, tut sie!

Und zwar mehr als der empörte Kommentar unter einem Zeitungsartikel. Die Landtagswahl entscheidet darüber, wer in den nächsten Jahren bestimmt, wie Baden-Württemberg tickt: Wie wir lernen, wie wir arbeiten, wie wir uns fortbewegen. Und ja, auch wie viele Formulare wir ausfüllen müssen, um ein Formular zu beantragen. Das ist nicht sexy, aber wichtig. Wie Zahnpflege. Oder wie die Steuererklärung.

Also geht wählen! Macht einen Spaziergang draus, nehmt eure Kinder mit und erklärt ihnen, dass Demokratie kein Streamingdienst ist, den man einfach kündigt, wenn einem die Staffel nicht gefällt. Und danach dürft ihr alles tun, was zum guten Ton gehört: diskutieren, kritisieren, Augen verdrehen, Witze machen.

Aber bitte erst danach.

Euer Ostermann

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