Original Ostermann: Vergesst nicht, zu loben!

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Lob ist ein faszinierendes Phänomen: Man weiß, dass es existiert, man hat auch schon mal davon gehört.

Am Arbeitsplatz sucht man aber meistens vergeblich danach. Denn in vielen Unternehmen wird Lob behandelt wie ein Feuerlöscher. Man weiß, wo er hängt, aber man hofft inständig, ihn niemals benutzen zu müssen.

„Dafür wirst du ja bezahlt“ oder „Da war aber noch ein kleiner Fehler auf Seite 238“ hört man häufiger als eine Würdigung der Arbeit. Besonders beliebt ist das Abschiedslob: Da arbeitet ein Kollege jahrelang zuverlässig, loyal und engagiert. In all der Zeit sagt niemand etwas. Erst wenn er kündigt oder in Rente geht, heißt es plötzlich: „Sie waren immer eine große Stütze für das Team.“ Schade nur, dass diese Information jahrelang streng geheim war! Man fragt sich unweigerlich, ob solch ein Lob nur für besondere Anlässe gedacht ist, wie Weihnachten, Beerdigungen oder Abschiedsfeiern.

Manche denken ja, Lob mache bequem. Aber sagt denn jemand nach einem „Gut gemacht!“ sofort: „Perfekt, dann mache ich ab jetzt gar nichts mehr“? In Wahrheit passiert das Gegenteil. Lob ist kein Sahnehäubchen. Es ist Benzin, oder Kaffee, oder das Gefühl, dass man nicht komplett unsichtbar ist. Ein ehrlich gemeintes „Danke“ oder „Das hast du richtig gut gemacht“ kann schlechte Tage abfedern, Motivation retten und Menschen daran erinnern, warum sie morgens überhaupt aufstehen. Bitte lobt nicht erst, wenn jemand geht oder wenn es zu spät ist.

Lobt einfach mal zwischendurch.

Jedes noch so kleine Lob hat garantiert eine große Wirkung!

Euer Ostermann

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