Original Ostermann: Und plötzlich sind wir alle Höhlenmenschen

Es passiert jedes Jahr im Oktober. Wir kommen nach Hause, ziehen unsere Schuhe aus und denken: Heute gehen wir nicht mehr raus! Nicht, weil wir müde sind.
Nicht, weil wir keine Lust auf Menschen haben. Nein, es wird einfach immer dunkler. Und vor allem abends richtig kalt! Also beginnt die große Verwandlung: Aus normalen Menschen werden innerhalb weniger Tage kleine Höhlenbewohner – die Jogginghose wird zur offiziellen Abendgarderobe, eine Decke liegt auf dem Sofa und wird dort für die nächsten fünf Monate auch nicht mehr weggeräumt, und die Heizung wird eingeschaltet. Erst vorsichtig auf Stufe zwei.
Zehn Minuten später auf Stufe drei. Und eine Stunde später sitzen wir bei 24 Grad im Wohnzimmer, eingewickelt in eine Decke und sagen: „Boah, ist das gemütlich!“ Obwohl wir ja eigentlich Strom hätten, zünden wir fünf Kerzen an und tun so, als würden wir in einer romantischen Berghütte ohne fließendes Wasser leben. Und natürlich darf das Essen nicht fehlen! „Was haben wir eigentlich noch an Käse da?“ Denn plötzlich schmeckt alles besser, wenn es überbacken ist. Und wenn jemand fragt, ob wir später noch mitkommen, um etwas zu unternehmen, dann stellen wir die wichtigste Frage des Herbstes: „Müssen wir da wirklich hin?“
Der Oktober ist nicht einfach ein Monat. Der Oktober ist der inoffizielle Start der menschlichen Winterschlaf-Saison. Und falls ihr mich sucht: Ich liege auf dem Sofa. Unter einer Decke. Mit Snacks. Ich bin nicht faul. Ich bin saisonal angepasst!
Schönes Wochenende, euer Ostermann