Original Ostermann: Operation: Weihnachtsbaum-Exodus

Es ist wieder so weit: Der Weihnachtsbaum muss raus!
Der Tannen-Titan, der gefeierte Sternenhalter, der feuchtfröhlich geschmückte Held der Festtage – er ist jetzt nur noch ein trockener Asthaufen mit Persönlichkeitsschaden.
Ihr steht vor dem Baum, schaut ihn an und denkt euch: „Ach komm, so schlimm sieht er noch gar nicht aus!“ Doch dann berührt man eine einzige Kugel und der Baum explodiert in einer Staubwolke aus Tausenden Nadeln.
Die Entsorgung selbst ist ein Abenteuer: Egal, wie sehr man aufpasst, der Baum schafft es immer, eine Schneise der Verwüstung zu ziehen. Man trägt ihn raus und plötzlich sieht die Wohnung aus, als hätte ein Igel eine Explosion verursacht.
Und draußen? Der Anblick der Straße im Januar gleicht einem geheimen Treffen der anonymen Tannenabstinenzler: Überall liegen Bäume herum, als würden sie sich nach einer durchfeierten Weihnachtssaison synchron ausschlafen.
Natürlich gibt es auch die Baum-Profis. Die, die ihn schon am 27. Dezember entsorgen. Völlig emotionslos. Während der Rest von uns den Baum noch streichelt und flüstert: „Aber wir hatten doch so eine schöne Zeit…“
Doch egal, ob früh oder spät – wir verabschieden uns jedes Jahr von unserem Weihnachtsbaum wie von einem Kumpel, der zu lange auf der Couch übernachtet hat. Es war nett, aber jetzt bitte raus! Und das Schönste daran? Sobald der Baum weg ist, spüren wir dieses wunderbare Januar-Neuaufgeräumt-Gefühl. In diesem Sinne: Auf einen nadelfreien, fröhlichen Januar 2026!
Möge euer Baum leicht und eure Nerven unzerstörbar sein.
Euer Ostermann