Original Ostermann: Mein Paketbote ist ein Ninja

Online einkaufen ist eigentlich eine fantastische Idee. Man sitzt in Jogginghose auf dem Sofa und bestellt Dinge, von denen man fünf Minuten vorher noch gar nicht wusste, dass man sie dringend braucht.
Ein Klick – zack: Drei Paar Socken, ein Luftreiniger, ein Buch über Minimalismus und ein aufblasbarer Flamingo sind unterwegs zu mir nach Hause.
Das Problem beginnt zwei Tage später. Dann klingelt es. Oder besser gesagt: Es klingelt nicht.
Ich bekomme nur diese Nachricht: „Ihr Paket konnte leider nicht zugestellt werden. Sie waren nicht zuhause.“
Natürlich war ich zuhause. Aber der Paketbote hat offenbar eine Ninja-Ausbildung.
Er war da, hat eine Karte eingeworfen und ist wieder verschwunden, ohne gesehen zu werden. Also beginnt die zweite Phase des Online-Shoppings: die Schnitzeljagd. Mein Paket liegt jetzt angeblich bei einem Nachbarn, den ich nicht kenne. In einem Paketshop, der nur dienstags zwischen 9:12 und 9:19 Uhr geöffnet hat oder in einer mysteriösen Filiale „in Ihrer Nähe“, die laut Karte ungefähr in Polen liegt.
Im echten Geschäft läuft das alles anders. Die Ware ist schon da und man kann sie anfassen. Man merkt sofort: Ah, das ist kein Pullover, sondern ein Polyesterverbrechen. Und das Beste im Laden ist dieses fantastische Gefühl von Erfolg. Man geht rein, kauft etwas und geht mit der Sache wieder raus. Sofort. Kein Warten. Kein „Ihr Paket befindet sich in Zustellung“. Kein Zustellfenster zwischen 7 und 23 Uhr mit Live-Tracking, bei dem man sieht, wie der Lieferwagen drei Stunden lang um den eigenen Häuserblock fährt.
In diesem Sinne: bis nachher im Laden
Euer Ostermann