Original Ostermann: Gedanken einer Wespe

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Guten Tag! Ich bin eine Wespe.

Und bevor ihr wieder beginnt, zu schreien: Nein, ich habe keine „Aggressionsprobleme“. Ich mache einfach meinen Job! Und meine Jobbezeichnung lautet: euer Essen ruinieren – aber mit Stil. Oder auch „All-you-can-steal-Buffet mit Sitzplatzreservierung auf dem Kartoffelsalat“.

Denn jedes Jahr passiert das Gleiche: Sobald ihr Menschen zwei Sonnenstrahlen seht, wollt ihr auf einmal wieder raus beim Essen. Ich beobachte euch gerne dabei. Ihr kommt mit euren Tellern voller Salat und gegrillten Fleischstücken nach draußen und dann sitzt ihr da. Glücklich. Naiv. Verletzlich. Ein perfekter Moment, um meine Runde zu machen. Aber nicht hektisch, denn ich bin keine Fliege. Ich habe Präsenz und fliege langsam.

Ich bewerte erst, dann entscheide ich. Ihr Menschen denkt, ihr esst. In Wahrheit seid ihr nur Gastgeber ohne Sicherheitsdienst. Und dann beginnt das Spiel: Du wedelst, ich bleibe. Du wedelst stärker, ich bleibe trotzdem. Du sagst Dinge wie: „Geh weg!“ Ich verstehe dich und ignoriere es. Wir sind beide sehr konsequent in unseren Entscheidungen. Das Lustigste ist aber euer Versuch, zu verhandeln: Ihr schiebt Essen weg, als wäre das eine diplomatische Lösung. „Hier, nimm das Stück Apfel.“ Danke, das will ich aber nicht!

Oft werde ich auch unterschätzt: „Ach, die tut doch nix.“ Richtig, ich tue auch nichts. Ich schaffe nur Chaos, während ihr so tut, als hättet ihr die Kontrolle über eure Mahlzeit.

In diesem Sinne: Genießt euer Essen draußen. Ich werde es auch tun!

Liebe Grüße, eure Wespe

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