Original Ostermann: Familienzuwachs

© (KI generiertes Bild)

Wir haben einen Hund adoptiert.

Der ist so süß, dass wir ihm verzeihen, dass er momentan das soziale Gefüge in unserer Familie sprengt. Er kommt aus dem Tierschutz und wurde irgendwo in Bosnien einfach ausgesetzt und sich selbst überlassen.

Jetzt ist er bei uns und schaut uns jeden Morgen mit großen, zuckersüßen Augen an. Der unschuldige Blick eines Wesens, das so einiges mit dem aktuellen emotionalen Ausnahmezustand von Hund, Katze und Mensch zu tun hat. Unser bereits vorhandener Hund Mailey hat ein bisschen Stress mit dem Neuen, weil dieser noch nicht weiß, dass Mailey total lieb ist, und deshalb eher knurrig unterwegs ist. Man riecht sich, man ignoriert sich, man knurrt sich innerlich an.

Unsere Katze hingegen hat ihre eigene Strategie entwickelt: Panik mit Würde. Seit der neue Hund hier ist, lebt sie nach dem Motto „Der Boden ist Lava – und der Neue auch“. Sie flüchtet, starrt, schleicht sich lautlos aus dem Haus und kommt genauso lautlos durch die Katzenklappe wieder rein. Außerdem hat sie beschlossen, dass mein Bett ab sofort ihre persönliche VIP-Lounge ist. Und unser skeptischer Mailey verlangt nach extra Streicheleinheiten („Nur damit das klar ist: Ich war zuerst hier!“).

Ich habe also plötzlich drei Lebewesen, die ich gleichzeitig emotional absichern muss wie eine mobile Therapieeinheit auf zwei Beinen.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – ist das Fazit glasklar: Es lohnt sich! Einen Hund zu adoptieren, heißt Chaos, Herzklopfen, Katzen im Bett, Eifersucht auf vier Pfoten und sehr viele Streicheleinheiten.

Aber es heißt auch Liebe, zweite Chancen und dieses ganz besondere Gefühl, wenn ein kleines, verunsichertes Wesen langsam ankommt.

Euer Ostermann

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