Original Ostermann: Er ist wieder da!

Es gibt zwei Arten von Menschen: Diejenigen, die noch nie einen Marder im Motorraum hatten und diejenigen, die wie ich nachts schon beim kleinsten Knacken aus dem Bett springen.
Zweimal hat mir dieses pelzige Kabelmanagement-System aus der Hölle bereits mein Auto zerlegt. Zweimal! Ich habe inzwischen eine Beziehung zu meinem Mechaniker, die emotional tiefer geht als manche Ehe.
Der Marder an sich wirkt ja erstmal ganz niedlich. Aber lassen wir uns nicht täuschen! Das ist kein Tier, das ist ein mobiler Kurzschluss mit Zähnen. Und warum macht er das? Revierverhalten – angeblich. Wenn bereits ein anderer Marder da war und seine Duftmarke hinterlassen hat, denkt er sich: „Unverschämtheit!“ Und zerlegt aus Trotz den Kühlwasserschlauch. Natürlich gibt es Tipps. Viele Tipps. Man kann ein Ultraschallgerät einbauen. Das sendet Töne aus, die Marder vertreiben sollen. Ich stelle mir vor, wie der Marder sich die Ohren zuhält und sagt: „Boah, nervig. Egal, ich beiß trotzdem weiter.“ Oder man kann den Motorraum mit Marderspray behandeln. Das riecht angeblich nach „Feind“. Für mich roch es hauptsächlich nach „Autowaschanlage trifft Chemieunfall“.
Mein persönlicher Favorit ist allerdings: „Parken Sie woanders.“ Ach so! Danke! Warum bin ich da nicht selbst draufgekommen? Ich ziehe jetzt einfach jeden Abend um.
Inzwischen habe ich akzeptiert: Der Marder ist kein Problem, das man löst. Er ist eine Lektion. Eine Erinnerung daran, dass wir letztlich einem kleinen flauschigen Wesen ausgeliefert sind, das Nacht für Nacht über unser Schicksal entscheidet.
Schönes Wochenende. Ich schlafe unterm Auto!