Original Ostermann: Du oder Sie?

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Es gibt in Deutschland zwei kleine Wörter, die über Sympathie und Distanz und manchmal sogar über den Verlauf eines ganzen Grillabends entscheiden: „Du“ und „Sie“. „Sie“ ist der Sicherheitsabstand unter den Anreden. Wer ,,Sie“ sagt, hat seine Versicherungen sortiert und besitzt mindestens einen guten Kugelschreiber. Es ist höflich, man macht nichts falsch und es klingt immer ein bisschen so, als würde gleich jemand „Mit freundlichen Grüßen“ sagen. Das „Du“ dagegen kommt ohne Krawatte. Es ist gemütlicher, lockerer und man fühlt sich schneller verbunden. Man lacht leichter und plötzlich wirkt sogar die Person aus der Buchhaltung wie jemand, mit dem man freiwillig mal Eisessen gehen würde (PS: Ich war selbst mal in der Buchhaltung).

Trotzdem gibt es Menschen, die nicht geduzt werden wollen - und das ist völlig in Ordnung! Für manche ist das Siezen ein Zeichen von Respekt. Vor allem, wenn man sich nicht kennt oder das Gefühl hat, dass das „Du“ zu schnell zu persönlich wird. Nicht jeder möchte schon nach drei Minuten Gespräch so behandelt werden, als wäre man gemeinsam den Jakobsweg gelaufen. Das „Sie“ ist da einfacher. Es hält alles angenehm auf Betriebstemperatur. Aber seien wir ehrlich: Das „Du“ hat schon Vorteile. Durch einen lockereren Umgang wird vieles einfacher. Missverständnisse verschwinden schneller, Gespräche werden herzlicher und die Stimmung ist oft entspannter.

Am Ende ist das „Sie“ höflich und das „Du“ herzlich. Beides hat seinen Platz. Wichtig ist nur, dass man freundlich miteinander umgeht. Und genau darum geht es doch eigentlich: weniger steif, mehr menschlich - egal ob per Du oder per Sie, euer oder Ihr Ostermann

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