Original Ostermann: Die Kunst andere Kleinzumachen

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Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und verbessern sofort die Stimmung.

Und dann gibt es die, die andere klein machen. Man erkennt sie im Büro daran, dass sie erstaunlich selten einen eigenen Fehler machen, dafür aber umso mehr Fehler bei anderen entdecken.

Eine falsche Zahl im Meeting? Sofort bemerkt. Eine Präsentation nicht ganz perfekt? Augenbraue hoch. Eine gute Idee eines Kollegen? Kurzes Schweigen, gefolgt von: „Na ja, das hatten wir ja schon mal.“ Solche Menschen sind eine besondere Spezies. Sie müssen nicht einmal laut werden. Ein Seufzer oder ein Blick reicht. Aber warum machen diese Menschen andere klein? Vermutlich, weil sie sich dadurch selbst größer fühlen.

Ein wirklich souveräner Mensch muss nicht ständig beweisen, dass er der Klügste im Raum ist. Er kann gute Ideen anderer anerkennen und zugeben, dass er falsch lag.

Der Niedermacher dagegen braucht den kleinen Triumph. Und genau da wird aus schlechter Laune ein echtes Problem: Denn Menschen, die ständig abgewertet werden, werden irgendwann vorsichtig. Sie sagen und fragen weniger. Sie bringen weniger Ideen ein. Irgendwann haben sie im Meeting einen richtig guten Gedanken und denken: Lieber nicht, sonst kommt wieder dieser eine.

Man kann solchen Menschen jedoch etwas entgegensetzen und fragen: „Was genau möchtest du kritisieren? Was wäre dein konkreter Verbesserungsvorschlag? Meinst du die Sache oder mich persönlich?“ Das sind unangenehme Fragen für jemanden, der lieber abwertet als argumentiert.

Lasst euch also nicht ärgern! Ich wünsche euch ein tolles Wochenende,

euer Ostermann

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