Original Ostermann: Das Stuttgarter Frühlingsfest!

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Der einzige Ort, an dem man Spaß hat, am Ende allerdings ernsthaft darüber nachdenkt, ob der eigene Gleichgewichtssinn kaputt ist. Eigentlich willst du nur kurz drüber schlendern und schauen, hast aber plötzlich sämtliches Essen in der Hand, das gleichzeitig klebt, tropft und auseinanderfällt.

Dann die Fahrgeschäfte. Du steigst in etwas ein, das harmlos aussieht. Klassischer Anfängerfehler! Zwei Minuten später wirst du durch die Luft geschleudert wie eine Einkaufstüte im Sturm und dein Gesicht nimmt neue, bisher unbekannte Formen an. Spätestens im Autoscooter zeigt sich dann der wahre Charakter der Menschen. Jemand, der dir eben noch freundlich zugelächelt hat, entwickelt plötzlich die Präzision eines Scharfschützen und rammt dich erbarmungslos, bis dein Schädel dröhnt.

Nicht zu vergessen: Das Festzelt. Soziale Grenzen sind dort ungefähr so stabil wie dein Gang nach zwei Maß. Du setzt dich irgendwo hin und verlässt den Tisch Stunden später mit neuen „Freunden“, drei nervigen Ohrwürmern und der festen Überzeugung, dass gute Gespräche ausschließlich aus „Noch eins?“ bestehen. Draußen stehst du dann leicht benommen und verwirrt da, und beobachtest jemanden, der voller Zuversicht in das Fahrgeschäft einsteigt, aus dem du vorhin noch traumatisiert ausgestiegen bist. Du denkst dir nur: „Viel Glück. Wir sehen uns auf der anderen Seite!“

Ach, ich freu mich schon auf meinen nächsten Tag auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Wir sehen uns im Festzelt unter Tisch 15, euer Ostermann

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