Original Ostermann: Ausnahmezustand Osterferien

Für Schüler ist das eine wunderbare Zeit: ausschlafen und nichts tun! Für Eltern hingegen sind die Osterferien ungefähr so, wie die ersten fünf Minuten in Katastrophenfilmen. Man merkt, irgendwas stimmt nicht – aber man weiß noch nicht, wie schlimm es wird.
Denn plötzlich sind sie da. Die Kinder. Alle. Den ganzen Tag. Früh morgens stehen sie im Wohnzimmer und stellen Fragen wie: „Was machen wir heute?“, „Was essen wir?“, „Warum müssen Menschen arbeiten?“ Und mein persönlicher Favorit um 7:03 Uhr: „Können wir in den Freizeitpark?“ Zwei Wochen Ferien bedeuten, dass Eltern jeden Tag ein spannendes Unterhaltungsprogramm liefern müssen. Montags geht es ins Schwimmbad, dienstags in den Zoo. Am Mittwoch Indoor-Spielplatz, der akustisch irgendwo zwischen startendem Düsenjet und Metal-Festival liegt, und am Donnerstag wird irgendwas gebastelt.
Und dann kommt noch Ostern dazu. Das Fest, bei dem ein Hase angeblich Eier versteckt. Biologisch betrachtet ist das so logisch, wie ein Toaster, der plötzlich Marmelade produziert. Aber egal – der Osterhase hat Stress! Er muss Eier verstecken, während gleichzeitig Kinder durchs Haus laufen, wie kleine Zollbeamte.
Trotz allem haben Osterferien auch etwas Schönes. Am Ende dieser zwei Wochen sind alle Kinder und Eltern in Baden-Württemberg emotional auf dem gleichen Level angekommen: Sie sind hundemüde. Und wenn die Schule wieder anfängt, ist es für einen Moment im ganzen Land still. Man hört nur zwei Geräusche: den startenden Schulbus und Eltern, die sich mit Tränen der Erleichterung einen Kaffee nachschenken. Schöne Osterferien, euer OSTERmann