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Zugvögel am Bodensee: Warum freie Uferflächen jetzt wichtige Rastplätze sind

Was am Bodensee gerade wie ein zusätzlicher Strand aussieht, ist für rastende Zugvögel ein wichtiger Futterplatz. Das Niedrigwasser legt Schlammflächen frei, auf denen Watvögel Nahrung finden. Die Ufer bieten ihnen außerdem Ruhe auf dem Weg nach Süden – und brauchen deshalb Rücksicht.

Was finden die Vögel im Schlamm?

Für Watvögel steckt im unscheinbaren Schlick ein Nahrungsangebot. Mit ihren Schnäbeln suchen sie darin nach kleinen Tieren, darunter Krebstiere. Wenn der Wasserstand sinkt und zusätzliche Schlammflächen freiliegen, können sie dort nach Futter picken und stochern.

Ihre Körperform passt zu dieser Nahrungssuche: Typisch sind lange, dünne Beine und häufig ein langer Schnabel. Der Name Watvögel beschreibt ihr Verhalten im flachen Wasser. So erreichen sie Nahrung im weichen Untergrund.

Warum machen sie am Bodensee Pause?

Auf dem Weg aus nördlichen Brutgebieten in wärmere Überwinterungsgebiete nutzen Watvögel den Bodensee als Zwischenstation. Zu ihren Herkunftsgebieten gehören etwa Skandinavien und küstennahe Wiesen Norddeutschlands. Die freiliegenden Ufer bieten ihnen Platz zum Fressen und Rasten.

Vor dem Weiterflug brauchen die Tiere Energie. Deshalb gehören Nahrung und Ruhe zusammen: Werden sie aufgescheucht, kostet sie das Kraft. Ein geeigneter Rastplatz braucht somit auch Bereiche, in denen die Vögel ungestört bleiben können.

Wo wurden Anfang September viele Watvögel gemeldet?

Eine Meldung vom 3. September 2026 nennt drei konkrete Beispiele: vor der Reichenau, im Hafen Moos und im Eriskircher Ried. Dort waren nach Auskunft einer Ornithologin des NABU Konstanz besonders viele Watvögel zu sehen. Als Grund nennt der Bericht die zusätzlichen Schlammflächen und das dort erreichbare Futter.

Das sind Beobachtungen von Anfang September, keine Zusage für Euren nächsten Besuch. Die Meldung zeigt aber, welche Rolle solche Uferabschnitte während des Vogelzugs übernehmen.

Wie lasst Ihr den Vögeln ihren Rückzugsraum?

Das NABU-Bodenseezentrum weist darauf hin, dass trockengefallene Ufer bereits als Spazierwege genutzt werden, obwohl sie wichtige Nahrungs- und Rückzugsräume sind. Respektiert deshalb die Schutzgebietsgrenzen und haltet Abstand zu den Tieren.

Wenn Ihr Vögel beobachten möchtet, nutzt ausgewiesene Wege und Beobachtungspunkte. Lasst die freiliegenden Flächen innerhalb der geschützten Rückzugsräume den Vögeln – auch wenn der Weg bis zur Wasserkante verlockend aussieht.