
Warum hängt im Herbst Nebel im Tal?
Oben scheint die Sonne, unten liegt eine weiße Schicht: Wenn Ihr im Herbst auf ein nebliges Tal schaut, spielt häufig die nächtliche Abkühlung eine Rolle. Kalte Luft sammelt sich in den Niederungen. Ist sie feucht genug, kann dort Nebel entstehen, während eine Anhöhe darüber frei bleibt.
Was passiert, bevor Ihr Nebel seht?
Nebel ist eine Wolke am Boden. In ihr schweben winzige Wassertröpfchen; meteorologisch spricht man von Nebel, wenn die Sichtweite weniger als 1.000 Meter beträgt.
Im Herbst und Winter treten Nebelfelder häufig auf. Ein typischer Entstehungsweg beginnt in einer klaren, ruhigen Nacht: Der Boden gibt Wärme ab und kühlt die Luft direkt darüber. Erreicht sie ihren Taupunkt, ist sie mit Wasserdampf gesättigt. Bei weiterer Abkühlung kann ein Teil des unsichtbaren Wasserdampfs zu winzigen Tröpfchen kondensieren. So entstandener Nebel heißt Strahlungsnebel.
Der Taupunkt ist dabei nicht die Temperatur, bei der Eis taut. Er beschreibt, wie weit die Luft bei ihrem vorhandenen Feuchtegehalt abkühlen muss, bis sie gesättigt ist.
Warum sammelt sich der Nebel im Tal?
Die unterste Luftschicht kühlt nachts besonders stark ab. Dabei wird sie dichter und schwerer und sammelt sich bevorzugt in Mulden und Tallagen. Dort kann die feuchte Luft deshalb den Taupunkt erreichen und Nebel bilden.
Häufig liegt über der kalten Luft im Tal wärmere Luft. Diese umgekehrte Temperaturverteilung heißt Inversion. Auch die Geländeform begrenzt den Talnebel: Er verteilt sich nicht gleichmäßig über die ganze Landschaft. Liegt eine Anhöhe oberhalb der Nebelschicht, kann dort bereits die Sonne scheinen.
Welche Rolle spielen Gewässer?
Ein Gewässer kann der bodennahen Luft zusätzliche Feuchtigkeit liefern. Dadurch steigt lokal der Taupunkt; die Luft muss also weniger stark abkühlen, um gesättigt zu sein. Das begünstigt Nebel in der Nähe, ist aber keine Nebelgarantie.
Für den hier beschriebenen Strahlungsnebel kommt es auf das Zusammenspiel an: Neben der Feuchtigkeit sind ein klarer Himmel, leichte Winde und ausreichende Abkühlung wichtig. Ein Gewässer allein erklärt deshalb noch nicht, ob Ihr am nächsten Morgen Nebel seht.
Wann verschwindet der Nebel wieder?
Strahlungsnebel löst sich nach Sonnenaufgang häufig bald auf, wenn sich der Boden erwärmt. Bei schwacher Sonneneinstrahlung kann sich Nebel aber länger halten. Talnebel kann unter ruhigen Bedingungen im Winter sogar mehrere Tage bestehen bleiben. Sonnenaufgang bedeutet deshalb nicht automatisch, dass auch im Tal gleich die Sicht frei wird.