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Spinnfäden in der Luft: Warum Spinnen im Spätsommer auf Reisen gehen

Ein feiner Faden schwebt über den Weg, daneben hängt ein Netz zwischen den Halmen: Im Spätsommer könnt Ihr beides beobachten. Die frei schwebenden Flugfäden helfen kleinen Spinnen, an andere Orte zu gelangen. Dafür lassen sich die Tiere an ihrer Seide durch die Luft tragen.

Wie kommen Spinnen an ihren Fäden in die Luft?

Für den Start klettert eine kleine Spinne zunächst auf eine erhöhte Stelle, etwa einen Ast oder einen Zaunpfahl. Dort richtet sie ihren Hinterleib nach oben und lässt feine Seidenfäden austreten. Dabei kann ein ganzes Bündel aus mehreren Fäden entstehen.

Luftbewegungen erfassen die Seide und können die Spinne mitnehmen. Auch aufsteigende warme Luft kann sie tragen. Diese Art der Fortbewegung heißt „Ballooning“, auf Deutsch auch „Luftschiffen“.

Wozu dient die Reise durch die Luft?

Mit dem Spinnenflug verbreiten sich die Tiere. Jungspinnen können so ihren Schlupfort verlassen und an einen anderen Ort gelangen.

Dabei sind nicht ausschließlich frisch geschlüpfte Spinnen unterwegs. Bei kleinen Arten wie den Zwergspinnen können sich auch erwachsene Tiere durch die Luft tragen lassen.

Was unterscheidet Flugfäden von Fangnetzen?

Ein Radnetz, wie es Kreuzspinnen bauen, ist fest zwischen Halmen oder anderen Halt gebenden Stellen gespannt. Es bildet eine Fangfläche, in der sich Beute verfängt. Die frei durch die Luft ziehenden Flugfäden gehören dagegen zur Fortbewegung.

Wenn Ihr die beiden Erscheinungen auseinanderhalten möchtet, achtet deshalb auf den Aufbau: Seht Ihr ein aufgespanntes Netz mit einer erkennbaren Fläche oder feine Fäden, die frei weiterziehen?

Warum fallen die Netze morgens besonders auf?

Tau macht die feinen Fäden besser sichtbar. Deshalb treten Spinnennetze an kühlen Morgen oft deutlich hervor. Das Wasser auf der Seide hilft Euch, den Verlauf der Fäden und die Form des Netzes zu erkennen. Wollt Ihr Euch die Netzstruktur genauer ansehen, bietet sich deshalb ein Morgen mit Tau an.

Was hat das mit dem Altweibersommer zu tun?

Die Verbindung steckt im Sprachgebrauch: Der Duden nennt neben dem sonnigen, warmen Nachsommer eine heute veraltete Bedeutung von „Altweibersommer“ – lange Spinnfäden, die im Spätsommer durch die Luft schweben.

Wie das Wort entstanden ist, bleibt allerdings ungeklärt. Die Verbindung zwischen dem Ausdruck und den Fäden lässt sich also benennen; eine gesicherte Entstehungsgeschichte ergibt sich daraus nicht.