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Raus aus dem Ferienmodus: So starten Eure Kinder entspannt in die Schule

Lange Abende, spätes Aufstehen und morgens kein Blick auf die Uhr: In den Sommerferien darf der Alltag lockerer werden. Für viele Familien gehört genau das zur Erholung dazu.

Wenn sich der Schulstart nähert, passt dieser Rhythmus allerdings nicht mehr zum frühen Wecker. Bei uns in Baden-Württemberg enden die Sommerferien 2026 am 12. September.

Direkt am letzten Ferienabend auf Schulmodus umzuschalten, funktioniert bei den wenigsten Kindern. Besser ist es, den Tagesablauf rechtzeitig und in kleinen Schritten anzupassen.

Beginnt einige Tage vorher mit der Umstellung

Je stärker sich die Schlafenszeiten in den Ferien verschoben haben, desto früher solltet Ihr mit der Umstellung beginnen. Sieben bis zehn Tage sind für viele Familien ein guter Zeitraum.

Weckt Euer Kind jeden Morgen etwa 15 bis 30 Minuten früher. Entsprechend sollte auch die Schlafenszeit schrittweise nach vorne rücken. So kann sich der Körper langsam an den neuen Rhythmus gewöhnen.

Ein abrupter Wechsel führt häufig dazu, dass Kinder am Abend zwar im Bett liegen, aber noch lange nicht müde sind.

Am nächsten Morgen fehlt dann der Schlaf, die Stimmung kippt und der erste Schultag beginnt mit unnötigem Stress.

Tageslicht hilft beim Wachwerden

Nach dem Aufstehen sollten Vorhänge und Rollläden geöffnet werden. Tageslicht signalisiert dem Körper, dass die Nacht vorbei ist.

Ein kurzer Gang nach draußen, Bewegung im Garten oder der Weg zum Bäcker können zusätzlich helfen.

Am Abend sollte es dagegen ruhiger werden. Gedämpftes Licht, eine entspannte Atmosphäre und wiederkehrende Abläufe unterstützen den Körper dabei, sich auf die Nacht einzustellen.

Wer morgens lange im dunklen Zimmer bleibt und abends bis kurz vor dem Schlafen in helle Bildschirme schaut, macht die Umstellung unnötig schwer.

Bildschirme sollten nicht mit ins Bett

Smartphone, Tablet, Konsole und Fernseher sorgen am Abend für zusätzliche Reize. Dabei geht es nicht nur um das Licht der Displays.

Spiele, Videos, Chats und schnelle Bilder halten den Kopf beschäftigt. Vereinbart deshalb eine feste Zeit, zu der digitale Geräte für den Tag ausgeschaltet werden.

Je jünger das Kind ist, desto stärker sollten Eltern diesen Übergang begleiten.

Das Smartphone sollte nachts möglichst nicht direkt neben dem Bett liegen. Eine gemeinsame Familienregel wirkt glaubwürdiger als ein Verbot, das nur für Kinder gilt.

Wenn auch die Erwachsenen ihre Geräte zur Seite legen, fällt die Diskussion häufig leichter.

Ein vertrautes Abendritual gibt Sicherheit

Kinder müssen am Abend nicht mit einem aufwendigen Programm beschäftigt werden. Ein einfacher und verlässlicher Ablauf reicht.

Zähne putzen, Kleidung für den nächsten Tag bereitlegen, gemeinsam lesen und anschließend das Licht löschen: Solche Wiederholungen geben Orientierung. Besonders rund um die Einschulung können sie helfen, weil Kinder viele neue Eindrücke verarbeiten.

Ältere Schulkinder können selbst mitentscheiden, welches ruhige Ritual ihnen guttut. Manche lesen, andere hören leise Musik oder sprechen noch einige Minuten mit ihren Eltern über den Tag.

Wichtig ist, dass der Abend nicht jeden Tag neu verhandelt wird. Verlässlichkeit sorgt dafür, dass der Körper die wiederkehrenden Signale mit Schlaf verbindet.

Wie viel Schlaf braucht ein Schulkind?

Der Schlafbedarf ist individuell. Grundschulkinder benötigen in der Regel deutlich mehr Schlaf als Jugendliche oder Erwachsene. Entscheidend ist nicht nur die Zahl der Stunden, sondern auch der Zustand am nächsten Tag.

Kommt Euer Kind morgens kaum aus dem Bett, ist es tagsüber häufig müde, gereizt oder unkonzentriert, kann zu wenig Schlaf dahinterstecken. Auch auffällige Unruhe kann bei Kindern ein Zeichen von Müdigkeit sein.

Rechnet die Schlafenszeit vom notwendigen Aufstehen aus zurück. Berücksichtigt dabei, dass kaum ein Kind in dem Moment einschläft, in dem es ins Bett geht.

Die Zeit zum Lesen und Runterkommen gehört ebenfalls in den Ablauf.

Probiert den Schulmorgen vorher aus

Ein Probemorgen nimmt viel Druck aus dem ersten Schultag. Steht zu der Zeit auf, zu der später der Wecker klingeln wird.

Frühstückt gemeinsam, zieht Euch an und schaut, wie lange alles tatsächlich dauert. Dabei zeigt sich schnell, wo es hakt.

Wird das Badezimmer zum Engpass? Braucht Euer Kind länger beim Frühstück? Fehlt noch ein fester Platz für Turnbeutel, Mütze oder Fahrkarte?

Der Probemorgen soll kein strenger Test sein. Er hilft Euch, den Ablauf realistisch zu planen.

Alles, was Ihr vorher klärt, müsst Ihr am ersten Schultag nicht unter Zeitdruck lösen.

Bereitet möglichst viel am Vorabend vor

Ein entspannter Morgen beginnt am Abend zuvor. Packt den Schulranzen gemeinsam und legt die Kleidung bereit. Prüft, ob Sportsachen, Hausaufgaben, Fahrkarte und Trinkflasche vorhanden sind.

Gerade in den ersten Schulwochen brauchen Kinder dabei Unterstützung.

Das bedeutet nicht, dass Eltern dauerhaft alles übernehmen sollten. Zeigt Eurem Kind eine feste Reihenfolge und lasst es Schritt für Schritt mehr selbst erledigen.

Ein einfacher Platz im Flur kann helfen. Dort liegen oder hängen alle Dinge, die am nächsten Morgen mitgenommen werden müssen.

So beginnt die Suche nach dem Turnbeutel nicht fünf Minuten vor dem Losgehen.

Plant Zeit für ein kleines Frühstück ein

Nicht jedes Kind hat direkt nach dem Aufstehen großen Appetit. Trotzdem sollte der Morgen nicht vollkommen ohne Essen und Trinken beginnen.

Manchmal reichen ein kleines Müsli, ein Stück Brot, ein Joghurt oder etwas Obst. Kinder, die morgens nur wenig essen, brauchen entsprechend mehr für die Pause. Ein Glas Wasser oder ungesüßter Tee gehört ebenfalls zu einem guten Start.

Setzt Euer Kind nicht unter Druck, eine große Portion zu schaffen. Hektik und Streit am Frühstückstisch nehmen den Appetit eher noch weiter.

Vermeidet zusätzlichen Leistungsdruck

Zum Schulstart müssen Kinder nicht beweisen, dass sie schon lesen, rechnen oder besonders lange stillsitzen können. Der Anfang ist dazu da, die neue Umgebung, Regeln und Menschen kennenzulernen.

Sätze wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ können mehr Angst als Vorfreude auslösen.

Auch Vergleiche mit Geschwistern oder anderen Kindern sind wenig hilfreich.

Sprecht lieber darüber, was Euer Kind bereits gut kann. Vielleicht findet es schnell Kontakt, kann gut zuhören, fragt nach, wenn es etwas nicht versteht, oder geht neugierig auf neue Aufgaben zu.

Solche Fähigkeiten sind für den Schulalltag mindestens so wertvoll wie vorab gelernte Buchstaben.

Eltern dürfen ebenfalls aufgeregt sein

Der erste Schultag ist auch für Eltern ein großer Moment. Freude, Stolz und Sorge liegen oft nah beieinander. Kinder spüren diese Stimmung sehr genau.

Versucht deshalb, Zuversicht auszustrahlen. Das bedeutet nicht, dass Ihr jede Unsicherheit verstecken müsst. Ihr könnt sagen, dass der Tag auch für Euch besonders ist, gleichzeitig aber deutlich machen, dass Ihr Eurem Kind den Schritt zutraut.

Lange Abschiedsszenen vor dem Klassenzimmer machen es manchen Kindern schwerer.

Ein klares, liebevolles Ritual kann hilfreicher sein: eine Umarmung, ein vertrauter Satz und die Sicherheit, wann Ihr Euch wiederseht.