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Pilze sammeln im Herbst: Welche Warnzeichen solltet Ihr ernst nehmen?

Wie vermeidet Ihr gefährliche Verwechslungen? Sammelt und verarbeitet nur Pilze, die Ihr sicher als Speisepilze erkennt. Ein Foto oder eine App ist keine Essensfreigabe. Treten nach einer Pilzmahlzeit Beschwerden auf oder zweifelt Ihr nachträglich an der Essbarkeit, holt Ihr sofort medizinischen Rat ein.

Woran merkt Ihr, dass ein Pilz nicht sicher bestimmt ist?

Nicht die Hutfarbe allein entscheidet, ob ein Pilz auf dem Teller landen darf. Für eine zuverlässige Bestimmung müssen alle nötigen Merkmale berücksichtigt werden. Dazu gehören etwa Hut, Stiel und gegebenenfalls die Knolle an der Stielbasis. Auch der Geruch kann wichtig sein.

Gerade weil giftige Arten essbaren Pilzen ähnlich sehen können, ist „sieht bekannt aus“ keine ausreichende Prüfung. Wenn Euch ein wichtiges Merkmal fehlt oder Ihr es nicht sicher einordnen könnt, bleibt der Pilz besser im Wald.

Warum reichen Foto und App nicht als Essensfreigabe?

Auf einem Foto sind oft nicht alle Merkmale zu erkennen; der Geruch lässt sich darüber gar nicht beurteilen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie weist deshalb darauf hin, dass eine Verzehrfreigabe erst möglich ist, wenn eine Fachperson die Pilze selbst in Augenschein genommen hat. Zur Pilzberatung gehören also die tatsächlichen Funde.

Apps können beim Lernen und bei einer ersten Orientierung helfen. Automatische Scan-Apps können aber falsche Ergebnisse anzeigen. Nutzt sie deshalb nicht als letzte Entscheidung, ob Ihr einen Fund esst. Im Zweifel fragt Ihr eine Pilzsachverständige oder einen Pilzsachverständigen.

Welche Verwechslung ist besonders gefährlich?

Ein Beispiel ist der Grüne Knollenblätterpilz, der mit dem Wiesenchampignon verwechselt werden kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt: Seine Giftstoffe können zu Leberversagen führen, schon kleine verzehrte Mengen können tödlich sein. Eine vermeintlich vertraute Form ist deshalb kein Sicherheitsbeweis.

Welche Warnzeichen gelten nach einer Pilzmahlzeit?

Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können Warnzeichen sein. Beschwerden müssen aber nicht sofort beginnen: Bei Vergiftungen können erste Symptome auch erst Stunden später auftreten. Eine zunächst beschwerdefreie Zeit ist deshalb keine sichere Entwarnung.

Sobald nach einer Mahlzeit mit selbst gesammelten Pilzen Beschwerden auftreten, kontaktiert Ihr unverzüglich eine Ärztin, einen Arzt oder ein Giftinformationszentrum. Bei schweren Symptomen wählt Ihr 112. Wartet nicht ab, ob die Beschwerden von allein verschwinden.

Wenn Ihr nach dem Essen an der Essbarkeit der verzehrten Pilze zweifelt, kontaktiert ebenfalls sofort ein Giftinformationszentrum – auch ohne Beschwerden.

Was solltet Ihr dann aufheben und vermeiden?

Bewahrt Reste vom Putzen oder von der Mahlzeit auf. Wenn Erbrochenes vorhanden ist, kann auch das für die Bestimmung wichtig sein. Gebt diese Reste dem medizinischen Personal mit. Informiert außerdem alle, die von der Mahlzeit gegessen haben: Auch ohne bisherige Beschwerden sollen sie medizinischen Rat einholen.

Löst kein Erbrechen aus und verwendet Milch nicht als Hausmittel gegen eine Vergiftung. Beginnt keine eigene Behandlung ohne ärztliche Anweisung.

Was ist beim Sammeln die sichere Entscheidung?

Bleiben Zweifel, bleibt der Pilz stehen – oder wird vor dem Essen fachkundig geprüft.