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Herbst-Tagundnachtgleiche: Warum sind Tag und Nacht nicht exakt gleich lang?

Der Name klingt nach exakt zwölf Stunden Tag und zwölf Stunden Nacht. Doch bei der Herbst-Tagundnachtgleiche bleibt die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang etwas länger. Das liegt an zwei Dingen: der Größe der Sonnenscheibe und der Lichtbrechung in unserer Atmosphäre.

Was passiert am 23. September 2026?

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist kein ganzer Tag, sondern ein genauer Moment. Sie tritt 2026 am 23. September um 00:05 UTC ein. In diesem Augenblick kreuzt das Zentrum der Sonne die Ebene, in der der Erdäquator liegt. Damit beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst.

Beschrieben wird also die Stellung der Sonne zur Erde. Daraus folgt nicht automatisch, dass Ihr an Eurem Standort genau zwölf Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang messen könnt.

Was zählt bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang?

Die Sonne erscheint am Himmel als Scheibe. Für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zählt deshalb ihr oberer Rand. Als Sonnenaufgang gilt der Moment, in dem dieser Rand am Horizont sichtbar wird. Der Mittelpunkt folgt erst danach.

Beim Sonnenuntergang sinkt zuerst der Mittelpunkt unter den Horizont. Als Sonnenuntergang gilt, wenn der obere Rand als letzter Teil der Sonnenscheibe verschwindet. Dadurch beginnt der gemessene Tag früher und endet später, als es bei alleiniger Betrachtung des Sonnenmittelpunkts der Fall wäre.

Warum verlängert die Atmosphäre den sichtbaren Tag?

Die Luft um die Erde bricht das Sonnenlicht. Dadurch erscheint die Sonne nahe dem Horizont etwas höher, als sie geometrisch steht. Morgens kann ihr oberer Rand deshalb schon sichtbar sein, obwohl er eigentlich noch unter dem Horizont liegt. Abends bleibt er entsprechend länger zu sehen.

Sonnenscheibe und Lichtbrechung zusammen verlängern die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang um mehrere Minuten. Wenn hier von Tageslänge die Rede ist, geht es genau um diesen Zeitraum.

Wann sind Tag und Nacht annähernd gleich lang?

In mittleren nördlichen Breiten liegt der Tag mit annähernd zwölf Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wenige Tage nach der September-Tagundnachtgleiche. Das genaue Datum hängt vom Breitengrad ab. Ein einheitliches Datum für alle Orte gibt es deshalb nicht.

Direkt am Äquator und in seiner unmittelbaren Umgebung gibt es sogar keinen solchen Gleichheitstag: Dort ist die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang das ganze Jahr über etwas länger als die Nacht. Die Aussage „ein paar Tage später“ lässt sich also nicht auf die ganze Erde übertragen.

Warum werden die Tage danach weiter kürzer?

Die Erdachse ist geneigt. Während die Erde die Sonne umrundet, verändert sich dadurch deren scheinbare Bahn am Himmel. Nach der September-Tagundnachtgleiche wandert diese weiter nach Süden, bis zur Sonnenwende im Dezember. In unseren nördlichen Breiten wird der tägliche Weg der Sonne über dem Horizont kürzer – und damit auch die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.