
Führungszeugnis als PDF: Für wen der neue Online-Weg passt
Ihr braucht für einen neuen Job ein Führungszeugnis? Seit dem 1. Oktober 2026 könnt Ihr es für private Zwecke auch als PDF erhalten. Dafür braucht Ihr einen Online-Ausweis und ein BundID-Konto. Ob dieser Weg für Euch passt, hängt zuerst davon ab, welches Führungszeugnis verlangt wird.
Für welche Zwecke bekommt Ihr das PDF?
Der digitale Empfang ist für Führungszeugnisse für private Zwecke vorgesehen. Dazu gehört etwa ein Führungszeugnis, das ein Arbeitgeber von Euch verlangt. Möglich sind das einfache und das erweiterte Führungszeugnis sowie – wenn die jeweiligen Voraussetzungen vorliegen – ein Europäisches Führungszeugnis.
Ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde ist von dieser digitalen Erteilung ausgeschlossen. Fragt deshalb vor dem Antrag bei der anfordernden Stelle nach, welche Variante Ihr braucht.
Was ist seit Oktober tatsächlich neu?
Ein Führungszeugnis online zu beantragen, war schon lange möglich. Neu ist, dass Ihr nun auch das fertige Dokument digital bekommen könnt: Es wird als PDF in Eurem BundID-Konto bereitgestellt. Online-Antrag und digitaler Empfang sind also zwei unterschiedliche Schritte.
Was solltet Ihr vor dem Antrag bereitlegen?
Für den Weg über das Smartphone benötigt Ihr einen gültigen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, Eure persönliche sechsstellige PIN und die installierte AusweisApp. Das Smartphone muss geeignet sein, den Ausweis per NFC auszulesen. Alternativ zum Personalausweis kommen ein elektronischer Aufenthaltstitel oder eine eID-Karte infrage.
Für den Empfang braucht Ihr außerdem ein BundID-Konto. Das ist Euer Nutzerkonto für die digitale Kommunikation mit Behörden. Falls Ihr noch keines habt, lässt es sich nach Angaben des Bundesamts für Justiz auch während des Antragsprozesses erstellen.
Für ein erweitertes Führungszeugnis benötigt Ihr zusätzlich die schriftliche Aufforderung der Stelle, die das Dokument von Euch verlangt. Darin muss sie bestätigen, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Erteilung vorliegen. Legt dieses Schreiben ebenfalls bereit.
Wo stellt Ihr den Antrag, und was kostet er?
Startet im Online-Portal des Bundesamts für Justiz. Dort weist Ihr Euch elektronisch aus und beantragt die benötigte Zeugnisart. Wählt die digitale Erteilung, wenn Ihr das Dokument als PDF erhalten möchtet. Sobald es bereitgestellt ist, könnt Ihr es aus Eurem BundID-Konto herunterladen.
Die reguläre Gebühr beträgt 13 Euro. Haltet für die Online-Zahlung eine Kreditkarte bereit: Nach den aktuellen Hinweisen des Bundesamts für Justiz ist sie das einzige Zahlungsmittel im Online-Verfahren.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Gebührenbefreiung möglich, etwa wenn Ihr das Führungszeugnis für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei einer gemeinnützigen Einrichtung benötigt. Dafür braucht Ihr einen entsprechenden Nachweis der Einrichtung. Bereitet ihn zusammen mit den übrigen Unterlagen vor.
Wie viel Zeit solltet Ihr einplanen?
Beim PDF entfällt die Postlaufzeit. Eine sofortige Ausstellung ist damit aber nicht garantiert. Sind noch Fragen zu Eurem Antrag offen, kann sich die Bearbeitung laut Bundesamt für Justiz deutlich verzögern.
Beim Europäischen Führungszeugnis kann es zusätzlich länger dauern, weil eine Auskunft aus dem ausländischen Strafregister angefordert werden muss. Für die Übermittlung seines Beitrags hat der Herkunftsmitgliedstaat eine Frist von 20 Arbeitstagen. Das ist keine Zusage, dass das gesamte Führungszeugnis innerhalb dieser Zeit fertig ist.
Wenn Ihr das Dokument zu einem festen Termin abgeben sollt, plant deshalb einen Puffer ein. Fragt am besten schon bei der Anforderung nach Zeugnisart und Abgabetermin. So könnt Ihr den passenden Antrag und die nötigen Unterlagen vorbereiten.