© shutterstock_aBSicht

Doppelter Regenbogen: Warum beim zweiten Bogen die Farben andersherum stehen

Ein kräftiger Regenbogen und darüber ein blasserer zweiter: Wenn Ihr genau hinschaut, stehen dessen Farben andersherum. Der Grund liegt im Weg des Sonnenlichts durch die Regentropfen. Für den zweiten Bogen wird es im Tropfen zweimal reflektiert. Das verändert die Farbanordnung und lässt weniger Licht für den Bogen übrig.

Wie werden aus Sonnenlicht bunte Streifen?

Das weiß erscheinende Sonnenlicht enthält bereits die verschiedenen Farben. Ein Regentropfen kann sie auseinanderlenken: Beim Übergang von Luft zu Wasser ändert das Licht seine Richtung. Das nennt man Brechung. Dabei wird violettes Licht stärker abgelenkt als rotes.

Für den Hauptregenbogen läuft es so ab: Das Licht tritt in den Tropfen ein und wird gebrochen. An dessen innerer Rückseite wird ein Teil reflektiert, also zurückgeworfen. Beim Austritt in die Luft wird es erneut gebrochen. So verlässt das Licht den Tropfen nach Farben aufgefächert.

Den großen Bogen am Himmel erzeugen viele Tropfen zusammen. Welche Farbe Euch aus einem bestimmten Tropfen erreicht, hängt davon ab, wo er sich zu Euch befindet. Beim Hauptregenbogen ergibt sich daraus ein roter Außenrand und ein violetter Innenrand.

Was läuft beim zweiten Regenbogen anders?

Ein Teil des Lichts nimmt einen weiteren Weg durch den Tropfen: Es wird innen ein zweites Mal reflektiert, bevor es wieder austritt. Dieses Licht erzeugt den Nebenregenbogen. Auch bei ihm gehört die Brechung beim Eintritt und Austritt dazu.

Durch den anderen Weg verlässt das Licht die Tropfen in anderen Richtungen. Der Nebenbogen erscheint deshalb weiter außen als der Hauptbogen. Dabei kehrt sich die räumliche Anordnung der Farben um: Jetzt liegt Rot am inneren Rand und Violett am äußeren.

Ihr könnt Euch den Unterschied an den roten Rändern merken. Bei einem doppelten Regenbogen zeigen sie beide zum Zwischenraum zwischen den Bögen. Die violetten Ränder weisen voneinander weg.

Warum leuchtet der Nebenbogen schwächer?

Die innere Oberfläche eines Regentropfens wirft nicht das gesamte Licht zurück. Bei jeder Reflexion tritt auch ein Teil aus. Für den Weg mit zwei inneren Reflexionen bleibt dadurch weniger Licht übrig als für den Weg mit nur einer. Deshalb wirkt der Nebenregenbogen blasser.

Wo könnt Ihr den zweiten Bogen erkennen?

Wenn Ihr einen Regenbogen seht, befindet sich die Sonne hinter Euch und der Regen vor Euch. Schaut dann auf den Bereich außerhalb des kräftigen Hauptbogens: Dort kann der blassere Nebenbogen liegen. An der umgekehrten Farbreihenfolge erkennt Ihr ihn besonders gut – Rot innen, Violett außen. Einen sichtbaren zweiten Bogen gibt es allerdings nicht bei jeder Beobachtung.