March 2, 2022 4:43 PM

Musikerinnen und Musiker

 

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Glasperlenspiel – Power-Duo aus Stockach

Nicht nur auf der Bühne, sondern auch privat sind die Glasperlenspiel-Mitglieder Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg ein Paar.  Sie lernten sich schon zu Schulzeiten kennen und spielten gemeinsam in der Schülerband Crazy Flowers, starteten dann das Bandprojekt „Keine Zeit“ und erhielten daraufhin 2010 ihren ersten Plattenvertrag.  

Auf eine erfolgreiche, bundesweite Gesangskarriere mussten Niemczyk und Grunenberg nicht lange warten. Denn beim Bundesvision Song Contest 2011 traten die Musiker für ihr Heimatland Baden-Württemberg an – und schafften es auf den vierten Platz. Mit vielen erfolgreichen Songs, darunter die Titellieder der RTL-Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten und der RTL-II-Dokusoap Zuhause im Glück, wurde Glasperlenspiel zu einem festen Bestandteil des deutschen Elektropops.

Insbesondere Carolin Niemczyk war darüber hinaus an weiteren TV-Produktionen wie The Masked Singer (5. Staffel, ProSieben) und Deutschland sucht den Superstar (15. Staffel, RTL) beteiligt. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Gesangspartner engagiert sich die 31-Jährige als Botschafterin der Kinderhilfsaktion Herzenssache e.V. Die Namensgebung des Musik-Duos, das 2003 gegründet wurde, ist sogar inspiriert vom literarischen Werk eines weiteren Baden-Württembergers: Hermann Hesse, der seine Utopie Glasperlenspiel bereits in den 1940er Jahren veröffentlichte. 

 

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Max Herre – Multitalent und VfB-Fan

1973 in Stuttgart geboren, machte Max Herre schon in seiner Schulzeit erste Erfahrungen mit Hip-Hop und gründete im Alter von 15 Jahren seine erste Band. Mit der Unterstützung durch einen Stuttgarter Produzenten gelang der neu gegründeten Band Maximilian und sein Freundeskreis – später nur Freundeskreis – auch der kommerzielle Durchbruch. Daran reihten sich der Zusammenschluss mehrerer Stuttgarter Künstler zur Kolchose und die Produktion des Debütalbums seiner Ehefrau Joy Denalane nach der Geburt seines Sohnes an.

Denalane und Herre hatten sich im Zuge der Produktion seiner Single Mit Dir kennengelernt, zu welcher der Musiker nach einer Sängerin gesucht hatte.

2004 zeigte Max Herre dann nochmal eine ganz andere Seite von sich: Mit der Single Wolke 7 stürmte er zusammen mit Philipp Poisel die deutschen Singlecharts und demonstrierte gleichzeitig musikalische Offenheit und Bandbreite. Als Juror der Gesangswettbewerbsshow The Voice of Germany führte er 2013 seinen Schützling zum Ziel. Max Herre hat zwei Söhne und eine Tochter und ist bekennender VfB-Fan. 

 

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Die Fantastischen Vier – Erfolg mit „deutschem Sprechgesang“

Die Fanta 4 - namentlich sind das Michael Bernd Schmidt, genannt Smudo, Thomas Dürr aka Hausmeister Thomas D, Michael „Michi“ Beck, beziehungsweise „Dee Jot Hausmarke“ und Andreas Rieke, unter „And. Ypsilon“ bekannt.

Bis auf Smudo stammen alle aus Stuttgart und starteten auch dort ihre Karriere – in einem ehemaligen Kindergarten auf einer Bühne aus Flachpaletten. Ihren Musikstil beschreiben die Bandmitglieder als „deutschen Sprechgesang“. Und mit dem hatten sie 1992 auch ihren ersten Chaterfolg: Im Genre Deutschrap landeten sie mit Die da?! einen großen Treffer. Es folgten neben Soloprojekten auch eine eigene Fernsehsendung (Die Vierte Dimension) und die Gründung des Labels Four Music. Ihr 20-jähriges Bestehen feierten die Baden-Württemberger mit einem großen Konzert, das sie „Heimspiel“ tauften, mit 60.000 Fans und einem Tributealbum. Ein weiteres Live-Konzert von den Fantastischen Vier wurde sogar per Direktübertragung und in 3D in vielen Kinos gesendet.

Auch als Coaches sehr erfolgreich, nahmen Smudo und Michi Beck zwischen 2014 und 2018 bei The Voice of Germany teil. Außerdem realisierten die Musiker unzählige Projekte, wie zum Beispiel den Remake eines Songs mit Video in Virtual Reality oder die Entwicklung der Kontaktnachverfolgungsapp Luca mit dem IT-Institut neXenio GmbH. 

 

Max Mutzke – von Anfang an mit Erfolg gesegnet

Max Mutzke – eigentlich Maximilian Nepomuk Mutzke – startete seine Karriere in der Funk-Band Project Five. 2004 ging er aus der Castingshow Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star als Sieger hervor – seine von Stefan Raab geschriebene Single Can’t Wait Until Tonight erreichte Platz 1 der deutschen Single-Charts. 

Anfängerglück? Im Gegenteil! Im selben Jahr trat der in Waldshut-Tiengen geborene Baden-Württemberger beim ESC an und belegte dort den 8. Platz. Er gab Konzerte und Club-Touren, wagte sich an neue Musikrichtungen, wie den Jazz, und war in verschiedenen TV-Produktionen zu sehen. Eine starke musikalische Beziehung unterhält der 40-Jährige mit der Band monoPunk – einer deutsch-niederländischen Live-Band.

 

 

Sportlerinnen und Sportler

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Steffi Graf – „Fräulein Vorhand“ und „Gräfin Gnadenlos“

Ein dreijähriges Mädchen steht mit einem übergroßen Schläger auf dem Tennisplatz, daneben ihr Vater, der sie anfeuert. So oder so ähnlich kann man sich die Szene wohl vorstellen, in der die 1969 geborene Stefanie Maria Graf den Grundstein für ihre Welt-Karriere legt.

Als Tochter eines erfolgreichen Tennisspielers und -trainers ist für Steffi Graf schon mit 13 Jahren klar: Sie möchte eine Profikarriere starten. „Ich will es aber so“, entgegnet sie auf die harte Kritik, die sich ihr und ihrem Vater entgegenstellt. Dieser verschreibt sich nach der Aufgabe seines Berufes komplett der Karriere seiner Tochter und unterstützt ihr Vorhaben, die Realschule zu verlassen.

Mit gerade einmal 18 Jahren bezwingt Steffi Graf dann die Weltranglisten-Erste Martina Navrátilová und ist die erste Spielerin der Geschichte, die den Golden-Slam schaffte, also alle vier Golden-Slam und die goldene Olympiamedaille gewann. Mit der zweitlängsten Siegesserie wurde sie nicht nur zur Weltsportlerin des Jahres gewählt, sondern feierte nach Verletzungen auch ein gelungenes Comeback, bevor sie 1999 zurücktrat.  

Die heute in Las Vegas lebende Gesellschafterin und Gründerin der wohltätigen Stiftung Children for Tomorrow für traumatisierte Kinder erzielte in ihrer Profikarriere mehr als zwei Dutzend Rekorde und hatte eine Siegquote von nahezu 89 %.

 

 

 

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Boris Becker – auf dem Tennisplatz und im Wachsfigurenkabinett

Jüngster Sieger eines Grand-Slam-Turniers, Einstufung in den Jugendspitzenkader des Deutschen Tennisbundes, für 12 Wochen an der Spitze der Weltrangliste – Boris Beckers Profikarriere im Tennissport gilt definitiv als vorzeigbar. Unter seiner Führung ging der Davis Cup 1988 erstmals an ein deutsches Team. Vier Jahre später gewann Boris Becker dann die Goldmedaille im Doppel.

Seinen Rücktritt erklärte der gebürtige Baden-Württemberger zwar sechs Wochen früher als Steffi Graf, aber schon bald war er der „Head of Men’s Tennis“, übernahm also die Leitung des männlichen Spitzentennis, trainierte ab 2013 den damaligen Weltranglisten-Zweiten Novak Dokovic und war Mitgründer der Boris Becker GmbH in der Schweiz.

Doch zugleich musste er sich einem Ermittlungsverfahren stellen. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung und der Insolvenz bestreitet der 54-Jährige weiterhin vehement. 

 

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Jogi Löw – Held des deutschen Fußballs

Er ist der einzige Weltmeistertrainer, der selbst nie für die Nationalmannschaft gespielt hat – dafür aber für seinen Heimatort Schönau im Schwarzwald. Denn dort spielte Joachim „Jogi“ Löw nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, bevor seine Profikarriere 1978 beim SC Freiburg in der zweiten Bundesliga als Stürmer begann, er dann vom VfB Stuttgart zum Erstligisten Eintracht Frankfurt wechselte, um schließlich wieder zum SC Freiburg zurückzukehren.  

Nach mehreren weiteren (internationalen) Wechseln machte Jogi Löw 1994 eine Ausbildung zum Fußballtrainer, die er jedoch nicht beendete. Stattdessen wurde er von VfB-Trainer Rolf Fringer als Co-Trainer engagiert und wurde schließlich dessen Nachfolger. Nachdem Löw sein erstes Spiel als Cheftrainer verlor, wechselte er zu verschiedenen türkischen Fußballmannschaften, denen er allerdings nicht zu den erhofften Siegen verhelfen konnte.

Löw erhielt seine Fußball-Lehrerlizenz mit einer Gesamtnote von 1,5. Er übernahm die deutsche Nationalmannschaft als Trainer, dem mit 15 Pflichtspielsiegen in Folge ein Weltrekord gelang. Und spätestens nach der Errungenschaft des Weltmeistertitels 2014 ist Joachim Löw auch Sieger der Herzen.  

 

Schauspielerinnen und Schauspieler

 

Til Schweiger – Kokowääh und Kleinohrhasen

Tilman Valentin Schweiger wurde 1963 zwar in Freiburg im Breisgau geboren, wuchs aber in Hessen auf. Nach seinem abgebrochenen Germanistik- und Medizinstudium begann der damals 23-Jährige eine Schauspielausbildung in Köln, bevor er ein Engagement am Contra-Kreis-Theater Bonn erhielt.

Eine ganz andere Seite präsentierte Til Schweiger dann als Synchronsprecher für Pornofilme.  Doch schon bald nach seiner ersten Hauptrolle in der Ruhrpott-Komödie Manta, Manta wurde er als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Große Bekanntheit erreichte der Schauspieler durch seine erste eigene Produktion seiner Produktionsfirma Mr. Brown Entertainment: Knockin‘ on Heaven’s Door gab den Anstoß zur Gründung einer weiteren Produktionsgesellschaft, mit deren Filmen er sogar mit dem Bambi ausgezeichnet wurde.  

Das Surfen auf der Erfolgswelle war von langer Dauer, wie klar wurde, als sein Film Honig im Kopf mehr als sieben Millionen Besucher in die Kinos lockte und damit auf Platz 6 der erfolgreichsten Filme in Deutschland kletterte. Unzählige negative Filmkritiken stehen bis heute in großem Widerspruch zu seinem kommerziellen Erfolg. 

 

Walter Sittler – Von Chicago nach Stuttgart-Möhringen

Walter Sittler wurde 1952 in Chicago geboren. Mit sechs Jahren kam er dann zusammen mit seiner Familie nach Deutschland. Dort verbrachte er mehrere Jahre in Internaten – so auch dem Schloss Salem, für das er ein Stipendium erhielt und an dem seine Mutter die stellvertretende Schulleiterin war.

Nachdem er die Schauspielschule besucht und für das Stuttgarter Staatstheater gearbeitet hatte, entschloss er sich 1997 zur Gründung der Filmproduktionsfirma Schneegans productions, welche bislang vier Dokumentationen produziert hat. Bekannt ist der in Stuttgart-Möhringen Lebende vor allem für seine Rolle in der Comedyserie Nikola, die unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 2006 ist Walter Sittler darüber hinaus mit seinen Solo-Bühnenprogrammen von und über Erich Kästner auf Tournee, unterstützt die SOS-Kinderdörfer und engagiert sich beim Bürgerprotest gegen „Stuttgart 21“, wofür ihn der damalige CDU-Generalsekretär Thomas Strobl öffentlich kritisierte. 

 

Oliver Wnuk – der Neue im Ermittlungsteam

Eigentlich passt er ja gar nicht ins eingespielte Ermittlungsteam, der Neue, der sich „Profiler“ nennt. Und trotzdem hat er Erfolg.  Oliver Wnuk, 1976 in Konstanz geboren, spielt den Fallanalytiker Hinnerk Feldmann in der Kriminalserie Nord Nord Mord und ist jedenfalls bei den Zuschauern sehr beliebt.

Angefangen hat seine Schauspielkarriere im Alter von 18 Jahren, als er erste Engagements beim Stadttheater Stuttgart erhielt. Danach machte er zunächst eine Schauspielausbildung in München. Wenig später hatte er erste Fernsehauftritte und durfte sein Kinodebüt feiern.

Dass Oliver Wnuk jedoch deutlich mehr kann, als vor der Kamera zu stehen, bewies er in seiner Rolle als Schriftsteller. So schrieb er nicht nur ein Monodrama und einige Romane sowie Hörspiele, sondern erstellte Songtexte für das Album seiner einstigen Lebensgefährtin Yvonne Catterfeld. Außerdem schrieb er das Drehbuch des ARD-Films Das Leben ist kein Kindergarten, in dem Wnuk auch die Hauptrolle innehat. 

 

Nina Hoss – Früh übt sich

Schon als kleines Mädchen von sieben Jahren bekam sie erste Hörspielrollen und stand ab einem Alter von 14 auf der Theaterbühne – die Rede ist von Nina Hoss.  

Die gebürtige Stuttgarterin absolvierte ein Schauspielstudium in Berlin und wurde nach ihrer ersten Hauptrolle als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. In vielfacher Zusammenarbeit mit dem Regisseur Christian Petzold entstanden nach und nach Filme, aus denen Nina Hoss als erfolgreiche Schauspielerin hervorging. So erhielt sie 2012 sogar eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis.

Auch abseits der Kameras arbeitet Nina Hoss bei den verschiedensten Projekten mit: Sie unterstützt nicht nur die Aktion „Deine Stimme gegen Armut“, sondern ist auch Botschafterin von „Terre-des-Femmes“, wo sie sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung engagiert.

Des Weiteren setzt sich die 46-jährige Schauspielerin gegen die Zerstörung des Regenwaldes und für verbesserte Lebensverhältnisse der indigenen Völker Südamerikas ein. 

 

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Königin Silvia von Schweden – Eine königliches Sprachtalent aus Heidelberg

Silvia Renate Sommerlath – so heißt die Schwedische Königin eigentlich. Und aus Baden-Württemberg kommt sie auch noch. Allerdings lebte sie zwischen vier und 14 Jahren in São Paulo, machte aber ihr Abitur in Deutschland und besuchte das Sprachen- und Dolmetscher-Institut in München.  

Silvia spricht sieben Sprachen, darunter auch die Schwedische Gebärdensprache. Als Hostess der Olympischen Sommerspiele 1972 lernte sie ihren späteren Ehemann Carl XVI. Gustaf von Schweden kennen – und durfte sich bereits vier Jahre später Königin nennen. Einen Tag vor der Heirat führte die Musikgruppe ABBA ihren Song Dancing Queen zu Ehren des Brautpaars im Fernsehen auf.

Königin Silvia von Schweden zeigt großen Einsatz für benachteiligte und missbrauchte Kinder, weshalb sie 1999 die World Childhood Foundation gründete. Abgesehen davon engagiert sie sich für den Behindertensport und ist Mitglied in der Frauen unterstützenden Stiftung Zonta International.  

Die Monarchin ist Schirmherrin von 62 Vereinigungen und erhielt für ihr Engagement bereits unzählige Auszeichnungen, wie beispielsweise die internationale Auszeichnung als Kavalier des Ordens des Lächelns – eine Auszeichnung von Kindern für Erwachsene.  Silvia hat drei Kinder: Kronprinzessin Victoria, Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine. 

 

Entertainer

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Marc-Uwe Kling: Der Kleinkünstler und das Känguru

„Ein Schwabe, der in Berlin wohnt, bekommt den bayrischen Kabarettpreis – soll noch mal jemand sagen, dass Ihr nicht tolerant seid“ – sagt Marc-Uwe Kling bei der Preisverleihung in München 2011. Zwei Jahre zuvor erscheint sein erstes Buch: Die Känguru Chroniken. Der ersten Erzählung vom Schnapspralinen-versessenen Beuteltier, das gerne Nirvana hört und bei einem Kleinkünstler einzieht, folgten weitere Bücher, eine Verfilmung und eine Comicreihe. Geboren und aufgewachsen in Stuttgart zog Kling mit 20 Jahren nach Berlin und machte sich dort als Künstler einen Namen – beim Poetry Slam, Liedermacher und Autor von Büchern und Spielen. Zuletzt erschienen von ihm unter anderem die dystopische Satire „QualityLand“ und die Kinderbücher vom „NEINhorn“. 

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Bülent Ceylan – der, der die Klischees aufbricht

Seine Mutter ist Deutsche, sein Vater kommt aus der Türkei und Bülent Ceylan selbst nimmt beide Kulturen mal ganz gerne aufs Korn. Denn was mit Parodien von Boris Becker und Helmut Kohl in der Oberstufe begann, wurde zu einem bundesweiten Erfolg: Mit seiner Show Döner for one erlangte der aus Mannheim Stammende 2002 nicht nur deutschlandweit Bekanntheit, sondern schaffte es auf unterhaltsame Art, das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen darzustellen und Klischees über Deutschtürken auf der einen und Mannheimern auf der anderen Seite aufzubrechen.  

Gleich zwei Jahre hintereinander bekam er so den Deutschen Comedypreis – 2009 noch als bester Newcomer, 2010 dann als bester Comedian. Vielseitigkeit zeigend, hatte Bülent Ceylan dann auch Auftritte mit Bands und bei Festivals – so auch beim Wacken OpenAir. Er spielte die Hauptrolle im Kinofilm Verpiss‘ dich, Schneewittchen, schrieb eine Autobiografie und war in zahlreichen Filmen und Fernsehsendungen zu sehen. Seine eigene Fernsehshow Die Bülent Ceylan Show wird seit 2011 von RTL produziert.

Abseits der Comedy-Bühne ist der Baden-Württemberger aber auch sozial engagiert. Demnach wirkt er bei Anti-Rassismus-Projekten und in der Aidshilfe mit und ist zudem Lesebotschafter. Er hat nicht nur selbst Kinder, sondern gründete auch die Bülent Ceylan für Kinder Stiftung. 

 

Harald Schmidt – „Dirty Harry“ im Fernsehen

1957 in Neu-Ulm geboren und in Nürtingen streng katholisch aufgewachsen, scheiterte Harald Schmidt in der Endauswahl für eine Hamburger Journalistenschule – und fürchtete deshalb, die erhofften Kontakte zum Fernsehen nach seinem Schauspiel-Studium nicht knüpfen zu können.

Tatsächlich war Harald Schmidt fünf Jahre lang im bayerischen Kabarett zuhause – unter anderem mit eigenen Solo-Programmen – bevor er die Moderation seiner Stand-up- und Interview-Show Echt? Schmidt? übernahm. Seit vielen Jahren sorgt der Wahlkölner außerdem beim Traumschiff im ZDF für das perfekte Urlaubserlebnis und ist Ensemblemitglied des Stuttgarter Staatstheaters.

Seinen Spitznamen „Dirty Harry“ handelte sich Harald Schmidt mit seinem zynischen Humor ein. Während er also seine Grenzen auslotete, ergingen einige Klagen und Proteste, die sich zumeist auf seine Parodien und Polen-Witze bezogen. Nun sendet die ARD seit fast 20 Jahren die Late Night Show Harald Schmidt, deren Produktion nach seiner einjährigen „kreativen Pause“ begonnen hatte.

Hier der Moment, als Schmidt im bundesweiten Fernsehen die Abläufe am Bahnhof Nürtingen anhand eines detailgetreuen Modellbahnmodells nachstellte:

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