Sicheres Schwimmen - Maik Heisterkamp (DLRG Bezirk Calw) im Interview

© DLRG Bezirk Calw

• Was sind aus Ihrer Erfahrung die größten Fehler, die zu einem Schwimmunfall führen können?

Maik Heisterkamp: Einer der größten Fehler ist meiner Meinung nach die Selbstüberschätzung. Distanzen in Seen zu Badeplattformen oder dem gegenüberliegendem Ufer werden von den Badegästen oftmals überschätzt. Die letzte repräsentative forsa-Umfrage zur Schwimmfähigkeit zeigt, dass sich der Anteil der Nichtschwimmer und unsicheren Schwimmer in der Bevölkerung derzeit auf 52 Prozent beläuft: für einen durchschnittlichen Schwimmer halten sich 40 Prozent, als schlechten Schwimmer bezeichnen sich 9 Prozent, und 3 Prozent „outeten“ sich als Nichtschwimmer. Oftmals verlassen die Schwimmerin oder dem Schwimmer die Kräfte und er findet keinen Weg mehr zurück an das sichere Ufer. Übermäßiger Alkoholkonsum an einem heisen Sommertag führt unter Umständen dazu, sich selbst zu überschätzen. Dazu kommt noch die Unterschätzung von möglichen Gefahren wie beispielsweise Strömungen in Flüssen. Ebenso nicht bewusste Erkrankungen erhöhen das Risiko zu ertrinken. 


• Die DLRG betont, dass die Anforderungen an das Abzeichen „Seepferdchen“ nicht ausreichen, um gefahrlos schwimmen zu können. Was verstehen Sie unter „sicherem Schwimmen“?

Maik Heisterkamp: Als sicherer Schwimmer wird bezeichnet, wer die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze (Freischwimmer) erfüllt. Mit dieser Auffassung steht die DLRG nicht alleine da. Sie wird unterstützt von allen Schwimmsporttreibenden Verbänden und der Kultusministerkonferenz (KMK).

Alle Experten, Sportwissenschaftler und unsere Ausbilder sind sich einig, dass die Prüfungsanforderungen des Seepferdchens dafür zu gering sind. Das Seepferdchen ist kein Schwimmabzeichen, hier handelt es sich lediglich um eine Bescheinigung dafür, dass sich das Kind auf einer Stecke von 25 Metern über Wasser halten kann.


• Wie viel Übung braucht man im Schnitt, um das Freischwimmer-Abzeichen zu bestehen?

Maik Heisterkamp: Das kann man so pauschal natürlich nicht sagen, da jedes Kind unterschiedlich schnell lernt und vertieft. Die Prüfungsanforderungen sind gegenüber dem Seepferdchen deutlich höher: 200 Meter Schwimmen in 15 Minuten, ca. 2 Meter Tieftauchen und heraufholen eines Gegenstandes sowie Sprung aus 1 Meter Höhe. Hierzu gibt es verschiedene Ausbildungskonzepte. Es gibt Programme, bei denen die Kinder ein dreiviertel Jahr auf die Anforderungen des Freischwimmers trainieren. Hierbei kann auf die individuellen Schwächen der Kinder mit ausreichend Zeit eingegangen werden. Somit ist sichergestellt, dass die geforderte Strecke von 200 Metern ohne Probleme zurück gelegt werden kann. Ein anderes Modell wäre das private Üben der Anforderungen. Die meisten Fachkräfte für Baderbetriebe bieten in ihren Frei- und Hallenbädern die Abnahme der Prüfung und anschließender Beurkundung an. Wichtig ist, regelmäßig mit den Kindern zu üben und zu trainieren sowie ihnen eventuelle Ängste vor dem Wasser zu nehmen. Denn was bringt ein Schwimmer, wenn er zwar die geforderte Strecke von 200 Metern zurück legen kann, jedoch beim kleinsten Wasserspritzer in Panik gerät?


• Was schätzen Sie, wie viele Menschen, die regelmäßig im Schwimmbad und Badesee ins Wasser gehen, wirklich sichere Schwimmer sind?

Maik Heisterkamp: Unabhängig von der eingangs genannten forsa-Umfrage hätte ich um die 40 Prozent geschätzt. Das persönliche Urteil über die eigene Schwimmfähigkeit ist natürlich subjektiv.


• Ist es als Eltern empfehlenswert, einen sogenannten Freischwimmer zu machen, damit sie ihren Kindern im Falle eines Falles helfen zu können?

Maik Heisterkamp: Den sogenannten Freischwimmer (Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Bronze) zu machen, ist auf jeden Fall immer und für jeden empfehlenswert. Darüber hinaus ist eine Ausbildung zum Rettungsschwimmabzeichen Bronze oder Silber zur Selbst- und Fremdrettung anzustreben. Hier lernen die Teilnehmer, welche Gefahren verschiedene Gewässer mit sich bringen, wie man sich bei Krämpfen oder Erschöpfung selbst rettet und wie man andere Personen vor dem Ertrinken bewahren kann.


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Mehr zu antenne 1 - Rettet Leben

In Zusammenarbeit mit:

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bezirk Calw


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