Die Reanimation des drei Monate alte Babys im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn blieb erfolglos., © Jörg Carstensen/dpa
Die Reanimation des drei Monate alte Babys im Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn blieb erfolglos. Jörg Carstensen/dpa, dpa
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Vater soll drei Monate alten Sohn ertränkt haben

13.08.2023

Ein Vater wird verdächtigt, seinen drei Monate alten Sohn im Osten Berlins in einer Baby-Badewanne ertränkt zu haben. Eine Haftrichterin habe am Samstag einen Haftbefehl wegen Mordes erlassen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin auf der Online-Plattform X, vormals Twitter, mit. Der 37 Jahre alte Mann sitzt nun in Untersuchungshaft. Er schwieg zunächst zu den Vorwürfen.

Die Tat soll sich am Freitagnachmittag in einer Wohnung im Ortsteil Neu-Hohenschönhausen ereignet haben, in der neben dem Tatverdächtigen auch seine Ehefrau sowie eine fünfjährige Tochter wohnen. Die beiden waren zum Tatzeitpunkt laut Staatsanwaltschaft nicht in der Wohnung.

Der aus Deutschland stammende Verdächtige soll den Angaben zufolge das tote Baby nach der Tat im Kofferraum seines Autos in ein Krankenhaus in Marzahn-Hellersdorf gebracht haben. Auf dem Weg dorthin kontaktierte er laut Staatsanwaltschaft seine Eltern, die dazukamen. Eine Reanimation des Babys in der Klinik, wo der Mann später festgenommen wurde, blieb laut Polizei und Staatsanwaltschaft erfolglos. Das Kind wurde noch in der Nacht zu Samstag obduziert.

Das Motiv des Tatverdächtigen sei weiterhin unklar. Am Wochenende habe sich der 37-Jährige nicht zur Tat geäußert, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Die Behörde ermittele weiter, befrage Zeugen und nehme Akteneinsicht. Ob auch die Familie des 37-Jährigen vernommen wird, dazu äußerte sich der Sprecher aus «ermittlungstaktischen Gründen» nicht.

Immer wieder werden auch Babys Opfer von Gewalttaten. Erst Ende Juli hatte die Staatsanwaltschaft Berlin eine Anklage gegen eine 26 Jahre alte Mutter erhoben, die ihre wenige Monate alte Tochter getötet haben soll. Das Mädchen erlitt demnach zahlreiche Verletzungen, darunter ein Schädelbruch. Im März wurde ein 22-Jähriger in Berlin angeklagt, weil er seinen fünf Wochen alten Sohn kopfüber geschüttelt und lebensgefährlich verletzt haben soll.

© dpa-infocom, dpa:230812-99-813881/9