Die deutsche Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl reitet auf ihrem Pferd TSF Dalera BB und zeigt mit dem Daumen nach oben nach ihrer Prüfung., © Friso Gentsch/dpa
Die deutsche Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl reitet auf ihrem Pferd TSF Dalera BB und zeigt mit dem Daumen nach oben nach ihrer Prüfung. Friso Gentsch/dpa, dpa
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Unschlagbar: Von Bredow-Werndl gewinnt zweites Dressur-Gold

10.09.2023

Glückselig küsste Jessica von Bredow-Werndl zuerst ihr Pferd und reckte anschließend den rechten Daumen in die Höhe. Mit der Stute Dalera gewann die Dressurreiterin bei der Europameisterschaft in Riesenbeck auch das zweite Einzel-Gold. Ausgiebig winkte sie in Richtung Publikum.

Überlegen sicherte sich die 37-Jährige aus dem bayrischen Tuntenhausen in der Kür Platz eins und verteidigte damit nach dem Grand Prix Special am Freitag auch den zweiten Titel. Sie erhielt 92,818 Prozent. Auf Platz zwei kam die Britin Charlotte Fry mit Glamourdale (92,379). Dritte wurde die Britin Charlotte Dujardin mit Imhotep (91,396). «Das war knapp», kommentierte die Siegerin den Abstand auf Platz zwei. «Ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist. Ich werde in Ruhe weiter tüfteln.»

Mit ihrer Kür zu französischer Musik mit Liedern von Edith Piaf begeisterte die Doppel-Olympiasiegerin die rund 4000 Zuschauer, die sie mit Ovationen feierten. Nur kleine Fehler bei den Einerwechseln unterliefen ihr. «Das ärgert mich nicht, denn der Rest der Prüfung war super. Aber klar wäre ohne die Fehler die Note noch höher gewesen.»

Große Lücke hinter Bredow-Werndl

«Jessica hat einmal mehr gezeigt, was für eine Ausnahme-Athletin mit einem Ausnahme-Pferd sie ist», kommentierte Dennis Peiler, der Sportchef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. «Es lastete ja durchaus viel Druck auf ihren Schultern. Und damit ist sie hervorragend umgegangen. Sie ist voll fokussiert und hochprofessionell, und sie hat auf allerhöchstem Niveau abgeliefert.»

Die Lücke hinter der Gold-Gewinnerin ist derzeit groß. Auch wenn Isabell Werth am letzten EM-Tag noch einmal ein Glanzstück gelang. Sie zeigte mit Quantaz zur Musik der Rockröhre Bonnie Tyler eine Kür mit außergewöhnlichen Elementen, ging hohes Risiko und wurde mit 88,407 Prozent Fünfte. Nach dem starken Ritt ballte sie auch auf dem Abreiteplatz noch mehrfach die Faust.

«Ich bin glücklich und zufrieden», kommentierte die 54-Jährige aus Rheinberg. «Ich wollte einen besonderen Schwierigkeitsgrad, etwas anderes machen als meine Konkurrenz, und das hat super geklappt.» Über ihren 13 Jahre alten Wallach sagte sie grinsend: «Wenn er gut gelaunt ist, macht er alles super mit.» Ihr Pferd habe in den drei Prüfungen keine Fehler gemacht. «Unsere kleine Beziehungskrise aus dem letzten Jahr haben wir gut verdaut», sagte Werth grinsend.

Wandres hadert: «Komplett mein Fehler»

Frederic Wandres zeigte sich bei seinem letzten Ritt in Riesenbeck angriffslustig, doch nicht alles gelang wie gewünscht. «Sorry dafür», sagte der 36-Jährige aus Hagen nach seinem Ritt mit Bluetooth. «Ich bin enttäuscht von mir selber», kommentierte der schwitzende Reiter und lobte sein Pferd: «Er wollte auch am dritten Tag hier bei dieser Hitze glänzen. Wir wollten hier richtig was zeigen.» Das gelang aber nicht im gewünschten Maße, er wurde Neunter mit 84,568 Prozent.

«Das Resultat ist immer noch sehr, sehr gut, aber man kann sich vorstellen, wie hoch die Bewertung gewesen wäre, wenn alles geklappt hätte.» Aber «wenn, wenn, wenn» helfe jetzt nicht mehr. «Es war komplett mein Fehler», sagte der Reiter und fügte schmunzelnd an: «Das wird nie wieder passieren.» Matthias Rath aus Kronberg hatte bei seinem Comeback in der Nationalmannschaft nach acht Jahren Pause die Qualifikation für die abschließende Kür mit Thiago verpasst.

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