Lieber früher, als zu spät: Darum solltet Ihr auf Euer Gehör achten, © shutterstock / ViDI Studio
 shutterstock / ViDI Studio

Lieber früher, als zu spät: Darum solltet Ihr auf Euer Gehör achten

24.05.2024

Wenn Ihr plötzlich oder allmählich feststellt, dass Euer Gehör nachlässt, solltet Ihr das nicht einfach ignorieren. Ein zeitiger Hörtest kann helfen, die Gründe dafür herauszufinden.

Hören ist für uns essenziell, um unsere Umgebung vollständig wahrzunehmen, uns zu orientieren und mit unseren Mitmenschen zu interagieren. Es hilft uns, Warnsignale zu erkennen oder uns zu beruhigen, und beeinflusst maßgeblich unser Denken und Fühlen. Wenn das Hören beeinträchtigt ist, kann man sich gehemmt oder sogar ausgeschlossen fühlen. Die Gründe dafür können vielfältig sein.

Schwerstarbeit für unseren Körper: Hören kostet Power

Unser Gehirn arbeitet in lauten Umgebungen auf Hochtouren, um Geräusche zu verarbeiten. Während des Hörens leistet es oft mehr Arbeit als unsere Ohren. Selbst bei leichtem Hörverlust kann man sich nach Aufenthalten an lauten Orten sehr erschöpft fühlen, da das Gehirn auf Hochtouren läuft.

Der empfindliche Prozess des Hörens im Ohr und im Gehirn kann durch verschiedene Faktoren gestört werden. Manchmal reicht schon ein Ohrschmalzpfropfen aus, um vorübergehende Schwerhörigkeit zu verursachen. Aber es gibt auch ernstere Ursachen.

Mögliche Gründe für Hörstörungen Diese können durch äußere oder innere Einflüsse entstehen, aber auch angeboren sein. Schwerhörigkeit kann plötzlich auftreten und wieder verschwinden oder sich allmählich verschlimmern und zu dauerhaften Problemen führen. Es kann ein oder beide Ohren betreffen. 

Alltag ist Stress: Unsere Ohren sind schutzlos ausgeliefert

Während wir Augen schließen können, sind wir Hörreizen 24/7 ausgesetzt. Die Art und Weise, wie sich die Schwerhörigkeit äußert, zusammen mit anderen Symptomen, gibt bereits Hinweise auf mögliche Ursachen. Dazu gehören Ohrenkrankheiten wie Mittelohrentzündung oder Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr, aber auch andere Krankheiten wie Otosklerose, das Usher-Syndrom, Tinnitus oder Morbus Menière.

Ohren vor Lärm schützen, um Hörverlust zu vermeiden Unsere Ohren sind empfindlich und sollten geschützt werden. Durch Vermeidung von übermäßigem Lärm können wir Hörverlust vorbeugen. Je länger und intensiver wir lauten Geräuschen ausgesetzt sind, desto größer ist das Risiko einer Schädigung des Gehörs. Ein Lärmpegel von 85 dB, wie er bei der Vorbeifahrt eines LKW vorkommt, kann unser Hörzentrum bereits schädigen. Ein Presslufthammer erzeugt etwa 100 dB und auf Musikfestivals werden oft 110-120 dB erreicht. Selbst das Wasser in der Badesaison kann Ohrenentzündungen hervorrufen, die letzten Endes zu Hörverlust führen können. Weitere Risikofaktoren sind die Einnahme von Schmerzmitteln und Diabetes.

Alles klar, Doc? Regelmäßiger Besuch beim HNO Arzt hilft

Habt Ihr das Gefühl, dass Euer Gehör nachlässt? Dann solltet Ihr einen Hörtest machen lassen. Ihr könnt selbst nicht immer erkennen, ob es an Erschöpfung oder Stress liegt. Da sich Hörverlust oft langsam entwickelt, kann man sich an die verminderte Hörfähigkeit gewöhnen. Deshalb ist die Wahrnehmung von Hörverlust sehr subjektiv.

Ein Hörtest beim Ohrenarzt kann einen vorhandenen Hörverlust feststellen. Basierend auf der Diagnose entscheidet der Arzt über die weitere Behandlung, möglicherweise das Tragen eines Hörgeräts. Oft kann Hörverlust durch die richtige Behandlung oder das Tragen eines geeigneten Hörsystems verbessert werden.

Beispiele typischer Geräusche – und ihre möglichen Folgen für Euer Gehör

  • Uhr tickt 20dB kaum hörbar

  • Flüstern 30dB leise

  • Kühlschrank 50dB kaum hörbar

  • Normales Gespräch 50dB kaum hörbar

  • Büro 60dB mäßige Lautstärke

  • Rasenmäher 70dB Laut

  • Straßenverkehr 80dB sehr laut

  • LKW, Baumaschine 90dB sehr laut

Hört, hört: Interessante Fakten über unser Gehör

Das menschliche Gehör ist äußerst empfindlich und kann eine große Bandbreite von Lautstärken wahrnehmen. Die Einheit Dezibel (dB) wird verwendet, um die Lautstärke von Schall zu messen. Es ist wichtig zu beachten, dass das Gehör nicht linear ist; eine Erhöhung um 10 dB wird als Verdopplung der Lautstärke wahrgenommen.

Langfristige Exposition gegenüber hohen Lautstärken kann zu Gehörschäden führen, einschließlich Tinnitus (ein Klingeln oder Rauschen im Ohr) und Schwerhörigkeit. Es ist ratsam, Gehörschutz zu tragen, wenn man sich in lauten Umgebungen befindet, um das Risiko von Gehörschäden zu minimieren.

Zusätzlich zur Lautstärke spielen auch Frequenzen eine Rolle beim Hören. Das menschliche Gehör ist besonders empfindlich für Frequenzen zwischen 2.000 und 4.000 Hertz. Diese Frequenzen sind entscheidend für die Wahrnehmung von Sprache und anderen wichtigen Geräuschen in unserer Umgebung.

Nach allem, was Ihr hier über Euer Gehör „gehört“ habt, kommen hier unsere zehn wertvollen Tipps zum Schutz Eures Gehörs:

  1. Vermeidet laute Orte oder Aktivitäten, wann immer es möglich ist.

  2. Nutzt einen Gehörschutz, um den Lärmpegel bei hohen Lautstärken zu mindern.

  3. Dreht die Lautstärke eurer Musik, eures Fernsehers oder Radios herunter.

  4. Reduziert die Dauer, in der ihr starken Geräuschen ausgesetzt seid.

  5. Nehmt euch regelmäßig Pausen von lauten Umgebungen wie Konzerten, Fitnesskursen oder lauter Musik.

  6. Positioniert euch weit entfernt von lärmenden Quellen wie Lautsprechern oder Feuerwerken.

  7. Lasst euren Ohren Erholungszeit, nachdem ihr lautem Lärm ausgesetzt wart.

  8. Verwendet keine Gegenstände wie Wattestäbchen, Haarklammern oder Büroklammern zur Reinigung oder zum Kratzen eurer Ohren.

  9. Bleibt in Bewegung! Eine gute Durchblutung unterstützt die Gesundheit eurer Ohren.

  10. Lasst euer Gehör regelmäßig testen, besonders wenn ihr Veränderungen bemerkt.