Jahrelanger Streit: Stadt Aichtal will ein Haus abreißen darf aber nicht, © Stadt Aichtal
So sieht es im Inneren des Hauses aus - die Stadt will es abreißen lassen und Wohnraum schaffen. Stadt Aichtal

Jahrelanger Streit: Stadt Aichtal will ein Haus abreißen darf aber nicht

Die Stadt Aichtal will ein Haus im Stadtteil Grötzingen abreißen, darf das aber nicht. Der jahrelange Streit um ein marodes Haus:

11.01.2024

Die Stadt Aichtal will ein Haus im Stadtteil Grötzingen abreißen, darf das aber nicht. Der jahrelange Streit um ein marodes Haus:

Es wird dringend Platz für neuen Wohnraum gebraucht, aber das Regierungspräsidium Stuttgart verbietet der Stadt den Abriss des Hauses in Grötzingen. Die Begründung des Regierungspräsidiums ist, dass das Haus ein Kulturdenkmal ist. Geflüchtete haben das Haus in der Nachkriegszeit selbst gebaut. Haben teilweise Lehm und Ziegel selbst hergestellt. Sebastian Kurz (CDU) Bürgermeister der Stadt Aichtal will die Geschichte und Bedeutung des Hauses gar nicht in Frage stellen, hat er im Hitradio Antenne 1 Interview gesagt, verweist aber auf den Zustand des Hauses. Es zerfalle im Inneren und es sind bereits Wände eingestürzt.

Da Haus Kulturdenkmal ist darf es nicht abgerissen werden

Sebastian Kurz wünscht sich vom Regierungspräsidium und des Landesdenkmalamtes einen Vor-Ort-Termin. In einer uns vorliegenden Stellungsnahme des Regierungspräsidiums Stuttgart wird auf einen bereits stattgefundenen Vor-Ort-termin verwiesen. Das Regierungspräsidium schreibt, dass es damals allerdings nicht möglich war das Innere des Hauses zu betrachten.

Als wir Sebastian Kurz damit konfrontierten, reagierte er verdutzt. Man sehe alleine durch die Fenster schon den maroden Zustand im Inneren des Hauses, so Kurz. Und weiter: Zwar war damals kein Schlüssel für das Haus vorhanden, man habe aber Angeboten das Schloss rausnehmen zu lassen, das Haus aufbrechen zu lassen oder einen Blick in den offen stehenden Keller zu werfen. Das Landesdenkmalamt lehnte aber ab, so Kurz im Hitradio Antenne 1 Interview.

Erneute Einladung des Bürgermeisters

Damit konfrontiert schreibt das Regierungspräsidium Stuttgart, dass das Aufbrechen des Hauses vom Landesdenkmalamt abgelehnt wurde, da "hierbei die Gefahr von Beschädigungen eines Kulturdenkmals bestand. Außerdem besitzt das denkmalgeschützte Reihenhaus vier getrennte Wohneinheiten mit vier Eingangstüren und es schien mehr als fraglich, ob mit dem Aufbrechen einer oder mehrerer Türen eine vollständige Inaugenscheinnahme des Gebäudes überhaupt möglich gewesen wäre." 

Zum Vorfurf von Bürgermeister Kurz, man sehe das Ausmaß schon durch einen Blick durchs Fenster, schreibt das Regierungspräsidium: "Auch ein Blick durch Fenster ermöglicht keine vollständige Inaugenscheinnahme eines Gebäudes."

Weiter schreibt das Regierungspräsidium: "Gerne sind wir hier bereit, nachdem uns die ausstehenden Unterlagen vorliegen, gemeinsam bei einem neuen Vor-Ort-Termin die weiteren Schritte zu besprechen und eine gute Lösung zu finden." 

Ist die Lösung des Problems also nah? Sebastian Kurz zweifelt daran, lädt das Regierungspräsidium und das Landesdenkmalamt aber erneut zu einer Besichtigung des Gebäudes ein, um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen. Dazu Kurz im Hitradio Antenne 1 Interview:

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Das Haus von außen. Stadt Aichtal

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