In letzter Sekunde: Bauarbeiter verhindert mutmaßliche Kindesentführung, © Jannick Hess
Zeki (mitte) zerrte erst den Täter und dann den Jungen aus dem Fahrzeug und verhinderte so Schlimmeres. Jannick Hess

In letzter Sekunde: Bauarbeiter verhindert mutmaßliche Kindesentführung

26.10.2023

Es ist der Albtraum aller Eltern. Die Entführung des eigenen Kindes. Genau das wäre beinahe gestern morgen einem Schüler des Lise-Meitner Gymnasiums in Böblingen passiert. Der 10-Jährige Junge wure auf dem Schulweg von einem 51-Jährigen Mann in einen VW-Transporter gezerrt. 

Junge schrie um Hilfe

Pascal Strecker, der Chef eines Mietlagers direkt gegenüber vom Tatort, hörte Schreie von draußen. Er sagte uns im Hitradio Antenne 1 Interview, dass er sich dabei erstmal nichts gedacht habe, da es in der Gegend des Öfteren laut sei. Strecker spricht von einem Instinkt, der ihn dazu gebracht hat, trotzdem mal zum Fenster zu gehen und nach dem Rechten zu schauen. Er sah den mutmaßlichen Täter und den 10-Jährigen Jungen. Jedoch dachte Strecker erst, dass es sich um Vater und Sohn handelt, die sich streiten. 

Als der Junge dann aber um Hilfe schrie, war dem Chef des Mietlagers klar, da stimmt etwas nicht. Er forderte den mutmaßlichen Täter auf, den Jungen in Ruhe zu lassen, ohne Erfolg. Der mutmaßliche Täter, der gerade dabei war noch das Fahrrad des Jungen zu verladen, wurde hektisch. Strecker wusste, dass er einen Umweg laufen muss, um zum Ort des Geschehens zu gelangen. Der Täter war aber schon bereit zum Abfahren. 

Bauarbeiter Zeki ging in letzter Sekunde dazwischen

Glücklicherweise sah Strecker die Baustelle vor dem Gebäude und schrie aus dem Fenster, dass die Bauarbeiter doch schnell den Mann stoppen sollen. Zeki Yasik, einer der Bauarbeiter, kletterte sofort aus der Grube, in der er gerade war, und sprintete zum VW-Transporter. Dort zerrte er dann erst den Täter und dann den Jungen aus dem Transporter. Die Rettung kam in allerletzter Sekunde, denn der Täter wäre in wenigen Sekunden losgefahren, sagte und Yasik. Bei der Rettung sah Yasik auch, dass der Täter in dem Transporter Matratzen hatte. Yasik sagte uns im Hitradio Antenne 1 Interview außerdem, dass die Polizei beim mutmaßlichen Täter K.-o.-Tropfen und ein Messer gefunden habe. Die Polizei konnte das aus ermittlungstechnischen Gründen weder bestätigen, noch dementieren.

Unterbringung in psychiatrischen Krankenhaus

Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstagvormittag einem Haftrichter am Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Dieser ordnete die Unterbringung des 51-jährigen Deutschen in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Zeki hat uns im Hitradio Antenne 1 Interview außerdem verraten, wie er den mutmaßlichen Entführer wahrgenommen hat:

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Zeki hat uns auch erzählt, wie er die Situation der versuchten Entführung wahrgenommen hat:

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