Notfallseelsorger gehen in der Nähe der Unglücksstelle., © Sascha Baumann/All4foto.de/dpa
Notfallseelsorger gehen in der Nähe der Unglücksstelle. Sascha Baumann/All4foto.de/dpa, dpa
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Donnerwetter: Menschen in Lebensgefahr und CSD abgebrochen

13.08.2023

Unwetter sind am Wochenende über Baden-Württemberg hinweggezogen und haben unter anderem drei Menschen in Lebensgefahr gebracht, die bei einem Blitzschlag unter einem Baum saßen. Einem Jungen gehe es inzwischen etwas besser, sagte ein Sprecher am Sonntagnachmittag. Bei zwei Erwachsenen sei der Zustand allerdings unverändert. Auch die neue Woche startet den Prognosen zufolge vielerorts schwülwarm und gewittrig.

Beim Einschlag des Blitzes in den Baum in Unterensingen (Landkreis Esslingen) wurden nach Polizeiangaben ein 11-jähriger Junge, ein 35-jähriger Mann und eine 43-jährige Frau lebensgefährlich verletzt. Sie saßen am Samstagnachmittag an einer Biertischgarnitur unter dem Baum, wie die Polizei am Abend mitteilte. Rettungskräfte brachten sie in Kliniken. Eine 40-jährige Frau erlitt bei dem Vorfall ebenfalls Verletzungen, die jedoch nicht lebensgefährlich sind, wie es hieß.

In Mannheim brachen die Veranstalter die Parade zum Christopher Street Day (CSD) eine Stunde früher als geplant ab. Es habe gewittert samt Blitz und Donner, erklärte Dennis Sommer von der Demoleitung. «Da geht die Sicherheit vor.» Tausende Menschen waren betroffen.

Ebenfalls aus Mannheim berichtete die Feuerwehr am frühen Samstagnachmittag von einem brennenden Dachstuhl in einem zweigeschossigen Wohngebäude infolge eines Blitzeinschlags. Menschen seien nicht verletzt worden. Die Höhe des Sachschadens war den Angaben nach zunächst unklar. In Kirchentellinsfurt (Landkreis Tübingen) schlug ein Blitz im Bereich eines Kamins in den Dachstuhl eines Hauses ein und setzte dort gelagerte Materialien in Brand. Dieser erlosch nach Polizeiangaben vom Sonntag schnell wieder.

Ein Blitz schlug auch in Lahr (Ortenaukreis) in einen Kamin ein, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Mehrere Ziegel seien herabgefallen, einer habe ein dort geparktes Auto getroffen. Eine Sprecherin des Präsidiums Ludwigsburg berichtete von einigen umgestürzten Bäumen im Zuständigkeitsbereich und Wasser in Kellern. In der Region Heilbronn warnte die Polizei vor der Gefahr von Aquaplaning auf der Autobahn 6.

Am Sonntag meldeten Polizeisprecher kurzzeitig überflutete Straßen etwa in Albstadt (Zollernalbkreis), Schwäbisch Gmünd und Aalen (beide Ostalbkreis). Das Ausmaß sei aber jeweils sehr überschaubar gewesen.

In Sulzfeld (Landkreis Karlsruhe) hatte am Samstag laut einem Polizeisprecher das Dach einer Firmenhalle gebrannt, auf dem auch eine Photovoltaikanlage sei. Am Sonntag war weiter unklar, ob auch hier ein Blitz den Brand verursacht hatte oder ein technischer Defekt der Auslöser war. Verletzt worden sei niemand, der Schaden betrage wohl mehrere Zehntausend Euro.

Ob es einen Zusammenhang mit dem Unwetter gab, war auch bei einem heruntergefallenen Ast an einer Bahnstrecke in Aalen (Ostalbkreis) zunächst unklar. Dieser war in eine Oberleitung gestürzt, weshalb ein Regionalzug mit etwa 100 Passagieren evakuiert werden musste.

Die Menschen im Südwesten müssen sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch weiterhin auf Unwetter einstellen. Am Montag sei von Schauern bis zu unwetterartigen Gewittern alles möglich. Bei Höchstwerten zwischen 27 und 32 Grad werde es schwülwarm. Ähnlich bleibt es laut der Vorhersage auch in den folgenden Tagen.

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