Anstieg der Fälle von Datenklau an Geldautomaten
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Anstieg der Fälle von Datenklau an Geldautomaten

19.07.2022

Kriminelle versuchen sich wieder häufiger im Ausspähen sensibler Daten an Geldautomaten in Baden-Württemberg. In den ersten sechs Monaten diesen Jahres wurden 15 Geldautomaten manipuliert, um an Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden zu kommen. Das geht aus der jüngsten Statistik der Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Von Januar bis Juni 2021 wurden keine Versuche verzeichnet.

Bundesweit nahmen die Manipulation gleichfalls zu. Im ersten Halbjahr wurden 140 Fälle gezählt nach 63 solcher "Skimming"-Attacken im Vorjahreszeitraum, im Gesamtjahr 2021 waren es 136.

Trotz der nun gestiegenen Zahl von Geldautomaten-Manipulationen verringerte sich der Bruttoschaden infolge von "Skimming" im Halbjahresvergleich deutlich von 293 000 Euro auf 87 000 Euro. "Das Geschäftsmodell Skimming ist für die Betrüger durch die weltweite Umsetzung der sicheren EMV-Chip-Technologie an Karte und Terminal zum Auslaufmodell geworden", stellte Euro Kartensysteme fest.

EMV-Bezahlkarten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet. Die Karte wird bei jedem Gebrauch auf Echtheit geprüft. Immer seltener werden Bezahlkarten mit leichter kopierbaren Magnetstreifen ausgestattet. Kartendubletten auf Basis von in Deutschland geklauten Daten kommen zumeist im Ausland zum Einsatz. Für Schäden aus solchen betrügerischen Geschäften müssen im Zuge internationaler Abkommen jeweils die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen. Daher kann sich die hiesige Kreditwirtschaft fast die gesamte Schadenssumme aus "Skimming"-Angriffen zurückholen.

Verbraucher in Deutschland, die Opfer von "Skimming" geworden sind, müssen normalerweise keinen finanziellen Nachteil fürchten. In der Regel ersetzen Geldinstitute solche Schäden - vorausgesetzt, die Kunden sind sorgfältig mit Bankkarte und PIN umgegangen.

Bild: Symbolbild /shutterstock