Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner: «Das interessiert mich nicht, ob mein Name im Guinness-Buch steht.», © Roland Weihrauch/dpa
Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner: «Das interessiert mich nicht, ob mein Name im Guinness-Buch steht.» Roland Weihrauch/dpa, dpa
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Alpin-Chronistin: Messners Leistung wird nicht gewürdigt

25.09.2023

Billi Bierling von dem bekannten Expeditionsarchiv «Himalayan Database» bedauert den Verlust zweier Titel der Bergsteiger-Legende Reinhold Messner im Guinness-Buch der Rekorde.

«Messmer war ein Pionier, der das Unmögliche möglich gemacht hat. Es ist sehr traurig, dass diese Leistung nicht gewürdigt wird», sagte die Chronistin der dpa. «Er war fast oben und wäre sicherlich in der Lage gewesen, die letzten Meter aufzusteigen.»

Bislang war Reinhold Messner im Guinness-Buch als der erste Mensch verzeichnet, der alle 14 Achttausender der Welt bestiegen hat. Und er galt außerdem als erste Person, die dies ohne Hilfe von Sauerstoff aus der Flasche geschafft hat. Gemäß neuer Berechnungen aber wird in der neuen Ausgabe des Buchs dem US-Amerikaner Ed Viesturs dieser Titel zugesprochen, wie die Organisatoren auf ihrer Internetseite mitteilten.

Messner: Interessiert mich nicht

Grundlage der Guinness-Entscheidung sind neue Berechnungen mit Geodaten, wonach etliche Bergsteiger vor Erreichen des «wahren Gipfels» wieder umgekehrt seien. Messner sagte der dpa am Vortag zu der Entscheidung: «Das interessiert mich nicht, ob mein Name im Guinness-Buch steht.»

Die «Himalayan Database» erfasst unter anderem Achttausender-Gipfelerfolge in Nepal. In der Datenbank hat es laut ihrer Leiterin Bierling nur einmal eine entsprechende Rekordänderung gegeben - und zwar beim Mount Manaslu.

Der Grund: Drohnenaufnahmen von Fotograf Jackson Groves aus dem Jahr 2021 hätten klar gezeigt, dass es hinter der Stelle, an der zuvor die meisten Expeditionen gestoppt waren und Gipfelfotos gemacht haben, zwei höhere Punkte gebe. Sie seien aber abhängig von der Schneelage nicht oder schlecht zu sehen.

«Seit 2021 akzeptieren wir nur noch den richtigen Gipfel als Gipfel», sagt Bierling. «Davor akzeptierten wir auch den Vorgipfel. Der Gipfelerfolg wird aber niemandem im Nachhinein aberkannt.»

© dpa-infocom, dpa:230925-99-329026/2