Dos & Don'ts bei Online-Bewerbungen

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Worauf achten Personaler bei Bewerbungen?

Vorstellungsgespräch per Videocall - für viele Unternehmen ist das zur Gewohnheit geworden. Kahtarina Hain ist Recruiterin beim Personaldienstleister Hays in Mannheim und weiß, worauf es ankommt. Wir haben Sie nach Ihren Ratschlägen abseits der Standard-Tipps gefragt. 

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf

Darauf solltet Ihr achten

Erzählt Eure Geschichte: „Ich finde es wichtig, beim Anschreiben keinen Standard zu verwenden und auch keinen Lebenslauf nachzustellen.“ Als Bewerber solltet Ihr Eure eigene Geschichte deutlich machen, rät Hain. „Zu sagen, warum bin ich gerade in dieser Situation, warum bewerbe ich mich und glaubhaft versichern, das Interesse an der Position da ist“. 

Kann ich aufs Bewerbungsfoto verzichten? Theoretisch müsst Ihr keines hinzufügen, viele legen aber noch immer Wert darauf, meint Hain:„Das Foto ist tatsächlich recht altmodisch, allerdings wandern dort die Blicke der Personaler doch noch häufig hin.“

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Die größten Fettnäpfchen

Der Klassiker sind zu viele Rechtschreibfehler. Einzelne Tippfehler sind verzeihlich, aber wenn Word beim Schreiben bereits jedes zweite Wort rot unterstreicht, wird es schwierig. Auch den Namen der Person, an die Ihr die Bewerbung richtet, solltet Ihr richtig schreiben. „Ich wurde schon statt als Frau Hain als Herr Hays bezeichnet“ – das Geschlecht verwechseln und statt dem Namen den der Firma zu nehmen hinterlässt keinen guten Eindruck. Die Bewerbung versehentlich an einen Mitbewerber der Firma zu adressieren ist auch peinlich. „Es gibt auch Menschen, die etwas schummeln, sich dabei aber so verrechnen, dass sie beispielsweise mit 28 schon 18 Jahre Berufserfahrung haben wollen. Das passiert tatsächlich und das sind klassische Fettnäpfchen, in die man nicht treten sollte.“

Wie viel Humor darf sein?

Das hängt sowohl von der Branche als auch von der eigenen Persönlichkeit ab. „Für mich ist es wichtig, dass Bewerber authentisch sind“, rät Hain. Wenn die Person eine Portion Humor einstreuen, ist das ok. „Ich würde aber davon abraten, in den ersten Zeilen zu krasse Witze zu reisen. Wenn im Bewerbungsgespräch eine Portion Humor dabei ist, finde ich das völlig in Ordnung.“

Beim Online-Bewerbungsgespräch

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Wie wichtig ist die Kleidung?

Oben Anzug, unten Boxershorts – klingt beim Videocall vielleicht verlockend, ist beim Vorstellungsgespräch aber trotzdem keine gute Idee. „Es heißt nicht umsonst: Kleider machen Leute. Nicht nur im ersten Eindruck anderen gegenüber, sondern auch, wie man sich selbst fühlt, wenn man vor dem Laptop sitzt. Sollte man doch mal aufstehen müssen, sind zerrissene Jeans nicht das beste Outfit.“ Also: auch beim Gespräch über Skype ist gut gekleidet Pflicht. 

Gespräch ernst nehmen

Auch das Online-Bewerbungsgespräch muss ernst genommen werden. „Ich habe schon von Bewerbern gehört ‚Ach, ist ja nur ein Online-Gespräch, das muss ich nicht ganz so ernst nehmen‘. Aber es ist doch ein entscheidender Schritt hin zum Vertrag oder der Absage.“

Das richtige Video-Bild

Für die Umgebung gilt: schafft eine ruhige Atmosphäre. Der Hintergrund sollte aufgeräumt und sauber sein. Auf zu viele Private Bilder solltet Ihr verzichten, empfiehlt Hain. Auch solltet Ihr das Gespräch nicht im Selfie-Mode über Handy führen und damit durch die Wohnung laufen. Nehmt Euch fürs Handy oder Tablet ein Stativ oder führt das Gespräch am Laptop oder Desktop. 

Bereitet Euch gut vor

Prüft die Technik vorab, haltet eine Notfallnummer bereit, für den Fall, dass die Internetverbindung streikt und bereitet Euch auch inhaltlich vor. 

Auf Sprache und Körpersprache achten

Haltet Augenkontakt, blickt direkt in die Kamera und nicht auf den Bildschirm. Setzt Euch aufrecht hin.  Sagt „ich notiere mir kurz etwas“, wenn Ihr während dem Gespräch etwas aufschreiben wollt und blickt nicht einfach nach unten aufs Papier. 

Was ist mit Lücken im Lebenslauf?

„Unerklärte Lücken werfen immer ein schlechtes Bild auf“, so Hain. Erklärte Lücken hingegen seien heute überhaupt kein No-Go mehr. Wenn jemand dazu schreibt, dass er in der Zeit aktiv nach Arbeit gesucht hat und sogar noch aufgeführt hat, welche Weiterbildungen wie Online-Sprachkurse er während dessen gemacht hat, dann ist das überhaupt kein Thema mehr. „Wie wir gerade jetzt auch merken: Lücken im Lebenslauf können vorkommen, es geht nur darum, wie man damit umgeht.“

FSJ - Bonuspunkt oder Überbewertet?

Wurde der Freiwilligendienst freiwillig gemacht, trägt das zum Persönlichkeitsbild bei und ist etwas Gutes. Allerdings sollte es Berufsbezogen sein. Hain ist der Ansicht „es bringt nichts, ein FSJ nur deshalb zu machen, weil man denkt, es bringt Pluspunkte im Lebenslauf“. 

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