Schulze lobt Atomausstieg: Kernenergie kein Klimaretter

vor 5 Monaten
dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Umweltministerin Svenja Schulze sieht Atomenergie nicht als Alternative. Foto: Michael Kappeler/dpa

Umweltministerin Svenja Schulze sieht Atomenergie nicht als Alternative. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin (dpa) - Die Atomenergie kommt aus Sicht von Umweltministerin Svenja Schulze nicht dafür infrage, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und damit die Erderhitzung einzudämmen.

«Gerade in Zeiten, in denen einzelne die Atomkraft als vermeintlichen Klima-Retter propagieren, ist es wichtig zu betonen: Die Atomkraft löst kein einziges Problem, aber sie schafft neue Probleme für eine Million Jahre», sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf die ungelöste Frage, wo der strahlende Müll sicher gelagert werden kann. «Der Atomausstieg macht unser Land sicherer. Und er hilft, radioaktiven Abfall zu vermeiden, der 30.000 künftige Generationen belastet», sagte sie laut Mitteilung. Kernkraftwerke stoßen im Betrieb im Gegensatz zu Kohle- und Gaskraftwerken kein klimaschädliches CO2 aus.

Ende des Jahres wird ein weiterer Schritt des 2011 gesetzlich beschlossenen Atomausstiegs vollzogen: Der zweite Block des Atomkraftwerks Philippsburg in Baden-Württemberg geht endgültig vom Netz. Block 1 wurde bereits 2011 endgültig abgeschaltet. Die letzten Atomkraftwerke gehen spätestens Ende 2022 vom Netz - das sind Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2.

Vergangene Woche hatte der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer, den nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossenen Atomausstieg in Frage gestellt. Er wäre unter Umständen offen dafür, auch in Zukunft Kernkraftwerke zu betreiben, sagte der CDU-Politiker dem «Spiegel». «An mir und an der Unionsfraktion wird es nicht scheitern.»

Der deutsche Weg eines Ausstiegs aus der Kernenergie findet derzeit wenig Nachahmer. Die Atomkraft könne im Kampf gegen den Klimawandel helfen, hatte vor kurzem der neue Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, gesagt.

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