Social Media nach dem Tod

Möchte ich nach meinem Tod bei Social Media weiterleben oder nicht?

Diese Frage stelle ich mir seit dem ich folgende Erfahrung gemacht hab: Ich hab einer Freundin bei Facebook eine Nachricht geschrieben und wollte mich mal wieder mit ihr Treffen. Am Abend erfahre ich, dass sie verstorben ist.  Da ist mir die Frage gekommen: Was passiert eigentlich mit ihrem Facebook Account? Und macht es jetzt schon Sinn, darüber nachzudenken, was nach meinem Tod damit passiert?

Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, dass es die Möglichkeit und Einstellungen gibt, persönliche Entscheidungen zu treffen. Ungefähr so wie bei der Organspende.

Nach Eurem Tod geht der Account in  der Regel in die Hände der Erben. Was sich aber meistens als schwierig darstellt, da sie ja keinen Zugriff auf die Passwörter haben. Die Unternehmen dürfen die Passwörter aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht rausgeben.

Accounts in den Gedenkzustand versetzen oder löschen.

Ihr könnt aber als Erbe entscheiden, ob zum Beispiel der Instagram Account und das Facebook Konto in einen Gedenkzustand versetzt wird, um mit anderen Erinnerungen online zu teilen. Dazu benötigt Ihr eine Sterbeurkunde und einen Nachweis, dass Ihr berechtigte Erben seid.

Hier könnt Ihr den Gedenkzustand beantragen: bei Instagram | bei Facebook

Ihr könnt aber auch eine Löschung beantragen. Dafür wird ebenfalls eine Sterbeurkunde und der Nachweis vom Erbe benötigt. Um zum Beispiel auch ein Google Konto zu löschen, müssen die benötigten Dokumente ins Englische übersetzt werden und Ihr braucht eine Beglaubigung.

Hier könnt Ihr einen Account löschen lassen: Instagram | Facebook | Google | Twitter

Bei den anderen Social Media Seiten wie Xing, LinkedIn und weiteren, erfahrt Ihr auf deren Seiten oft unter FAQ oder den Hilfestellungen, wie Ihr da die Konten von Verstorbenen löschen könnt.

Nachlass selbst bestimmen 

Sich vor dem eigenen Tod Gedanken zu machen, was mit seinen Social Media Konten passiert, erleichtert den Hinterbliebenen viel Zeit, Stress und unnötigen Aufwand und Ihr könnt selbst entscheiden, was damit passiert und wer eventuell Zugriff drauf haben darf. Zumindest bei Google oder Facebook. Bei Google könnt Ihr als Nutzer einen anderen Nutzer nennen, der eine Nachricht erhält, wenn Euer Konto lange Zeit inaktiv ist. Die Person kann dann auch das Konto verwalten.

Bei Facebook habt Ihr ebenfalls die Möglichkeit, einen sogenannten Nachlasskontakt anzugeben. Der Nachlasskontakt kann dann bei Euch Profil - und auch Titelbild ändern und Beiträge auf der Seite posten. Ihr könnt aber auch Eure Löschung nach dem Tod beantragen.

Passwörter und Zugangsdaten für Hinterbliebene Zugänglich machen

Am einfachsten ist es glaube ich für Hinterbliebene, wenn Ihr ihnen eine Übersicht mit Euren Konten, Benutzerdaten und Passwörter bereitstellt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, einer Vertrauensperson einen geschlossen Umschlag zu übergeben mit der Bitte, den Umschlag im Fall der Fälle an die Hinterbliebenen zu übergeben. Oder Ihr legt Eure Zugangsdaten in ein Bankschließfach. Der Inhalt davon geht nach dem Tod an die Hinterbliebenen. Oder Ihr schreibt ein Testament, dass an einem sicheren Ort deponiert wird um auch die Daten vor Fremden zu schützen. Und vielleicht solltet Ihr dran denken, dass, wenn neue Konten dazukommen oder Ihr Passwörter ändert, die auch in der Übersicht ändert.                                                             

Auch wenn ich mich nicht jeden Tag mit dem Tod auseinander setze, ist es trotzdem gut sich darüber Gedanken zu machen, was mit meinen Social Media Konten im Netz passiert.

Wer noch mehr zu diesem Thema Lesen möchte, dem empfehle ich den Artikel von der Stiftung Warentest.

Euch ne gute Woche und macht nix kaputt!


Eurer Web Walter


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