Digitale Klimasünder

Und ich bin auch einer von Ihnen. 

Es ist doch irgendwie paradox, ich hab kein Auto, Fliege kaum bis gar nicht und versuche regional einzukaufen um meinen ökologischen Fußabdruck niedriger zu halten. Und zack kommt "The Shift Project" eine Studie der französichen Denkfabrik und zerstört mir die Illusion von einer besseren Welt. In der Studie steht, dass wir durch die Onlinenutzung von Streamingdiensten, Clouds und vieles mehr umgerechnet so viel CO2 pro Jahr verbrauchen wie die innerdeutschen Flüge. 

Gut, vielleicht ist es auch ein bisschen naiv von mir zu glauben, dass Großkonzerne im Netz kaum Strom verbrauchen. Ich hab mir ehrlicherweise noch nie darüber Gedanken gemacht. Ihr bestimmt auch nicht, warum auch. Es funktioniert ja alles und das der Strom nicht direkt aus der Steckdose kommt ist auch klar....

Um Filme und Musik zu streamen wird viel Strom benötigt

Hunderte Millionen Tonnen CO2 werden jährlich von allen Usern auf der Welt verursacht, die Videos online schauen. Viel Strom wird benötigt, wenn wir zum Beispiel Videos auf Plattformen wie Netflix, Amazon oder in Mediatheken schauen. Aber auch Musik hören auf Spotify und Co benötigt viel Energie. Vorallem, wenn wir uns vorher nicht die Dateien runtergeladen haben.

Wer über mobile Daten auf seinem Smartphone oder Tablett streamt verbraucht noch mehr Energie 

Alte Kupferkabel sorgen dafür, dass das Abrufen der Daten am allermeisten Strom verbraucht. Darüber laufen derzeit die Datenübertragungen. Ein starkes Signal wird dafür benötigt, welches den hohen Stromverbrauch verursacht. Glasfaserkabel sollen die Signale in Zukunft via Licht übertragen, dass ist dann effizienter. Bis wir überall auf der Welt Glasfaserkabel verlegt haben, dauert das wohl noch seine Zeit. Halten wir fest: Wer auch Videos über Whatsapp verschickt oder bei Insta hochlädt trägt zum ökologischen Fußabdruck bei.

E- Mails auf Servern, Dateien in Clouds und Suchanfragen bei Google fressen ebenfalls viel Strom

Viele von uns sichern ihre Dateien mittlerweile in Clouds und lassen E- Mails auf externen Servern liegen. Aus Sicherheitsgründen werden egal ob Mails, Fotos oder Videos immer mal wieder auf den Servern neu abgelegt. Das führt dazu, dass jedes mal wieder neu Energie verbraucht wird. Auch das Lagern der Dateien, die ja ständig abrufbar sein sollen und auch meistens sind zieht Energie.

Suchanfragen bei Google verbrauchen auch Strom. Minütlich wird auf der ganzen Welt fast vier Millionen mal gegoogelt. Würde ich das hochrechnen könnte ich die Zahl nicht mehr aussprechen... 

Wie kann ich jetzt am besten in der digitalen Welt Strom sparen? 

Am einfachsten wäre es gar nicht mehr zu streamen und sich nicht mehr digital zu bewegen, aber das ist ja auch Quatsch. 

  • Wenn Ihr Filme streamt oder Videos verschickt, dann am besten über W-LAN, weil es stromsparender ist als über mobile Daten. Außerdem ist es auch besser, wenn Ihr die Videos oder auch Songs runterladet und dann anschaut. 
  • E- Mails auf Servern und unwichtige Dateien in Clouds löschen spart Energie ein. Auch die Datensicherung auf externen Festplatten ist effizienter als in der Cloud. 
  • Suchanfragen im Netz nicht über die Standard Suchmaschinen stellen sondern z.B über Bing oder andere Alternativen.
  • Bei E-Mails nutze ich privat auch einen Alternativen Anbieter. Darüber habe ich auch schon in einer anderen Kolumne geschrieben.

Ich möchte übrigens niemand mit dieser Kolumne verurteilen oder vom streamen etc. abhalten. Mir ist es nur wichtig Euch für dieses Thema Energie und ökologischer Fußabdruck mit digitalen Medien zu sensibilisieren. Es ist auch nur ein kleiner Teil von diesem riesigen Kuchen...

Eine guten Wochenstart mit oder ohne stream

Macht nix kaputt! 
Euer Web Walter 

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