5 Tipps für eine sichere Nutzung von Tik Tok

Löst die App „TIK TOK“ bald „Snapchat“ und „Instagram“ ab?

Diese Frage stelle ich mir schon ein bisschen länger. „Tik Tok“ (davor Musical.ly) ist eine App aus China, mit der 15 Sekunden lange Videos erstellt werden können. Die Videos werden in der Regel mit Lieblingshits untermalt. Mit „Tik Tok“ werden vor allem viele Videoclips mit Musik aus den Charts aufgenommen, in denen die User Playback zu dem jeweiligen Song „singen“ und tanzen. Es gibt aber auch andere Videos, die in dem sozialen Netzwerk zu finden sind, zum Beispiel Tricks, Fußball- Clips und Do-It-Yourself Videos. Außerdem können die Nutzer auf die erstellten Videos reagieren, das erklärt vielleicht auch, warum die App vor allem bei jungen Leuten so erfolgreich ist. Es bietet eine gute Präsentierplattform. Die erstellten Videos können übrigens auch bei Instagram, YouTube und Co. geteilt werden.

Immer mehr Beliebtheit auch bei uns in Deutschland

Die wohl bekanntesten TikTok-Nutzerinnen bei uns sind die Stuttgarter Zwillinge Lisa und Lena. Moment - sie waren es. Ende März kündigten die beiden Schülerinnen an, ihren TikTok-Account, der sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind, zu löschen. Und sie haben TikTok, bzw. Vorgänger Musical.ly ein Stückweit zu dem gemacht, was es heute (in Deutschland) ist. Ich finde es irgendwie verrückt, was es für ein Hype um diese App gibt. In China ist Tik Tok sehr beliebt und auch hier bei uns in Deutschland laden sich immer mehr junge Leute die App runter und beschäftigen sich mit der App in den Pausen auf dem Schulhof.  Vielleicht schafft es die App echt die anderen sozialen Netzwerke hinter sich zu lassen, wenn das so weiter geht. Tik Tok wurde übrigens schon über 100 Millionen mal runtergeladen. Eigentlich ist das Mindestalter auf 13 Jahre festgelegt, es wird aber auch von jüngeren Heranwachsenden genutzt. Da viele Kinder und Jugendliche oft leichtsinnig die App nutzen und Videos einfach so hochladen, sollten Eltern auf einige Punkte achten.

5 Tipps für eine sichere Nutzung von Tik Tok

1. Tipp: Erkundet gemeinsam mit euren Kindern die App

Ihr wisst nicht so richtig wie die App funktioniert? Dann schaut sie Euch am besten mit Euren Kids gemeinsam an. Die Bedienung ist eigentlich idiotensicher und wenn Ihr Euch  gemeinsam mit euren Kids Tik Tok anschaut, können sie euch auch nichts mehr vormachen, weil sie sich ja bekanntlich viel besser damit auskennen. Ich finde das darf nicht sein, Eltern sollten wissen was ihre Kids im Netz so treiben und auch wie die Apps funktionieren. Während Ihr herausfindet, wie das Prozedere funktioniert, könnt Ihr ja mit Euren Kids über die Gefahren und Risiken sprechen und sie darüber aufklären. 

2. Tipp: Erstellt mit Euren Kids einen neuen Account

Damit Eure Kinder die App nutzen können, wird ein Account benötigt. Für die Anmeldung wird entweder eine Handynummer oder eine E-Mailadresse benötigt. Auch nach dem Geburtsdatum wird gefragt, um das Alter des Kindes von 13 Jahren zu prüfen. Es findet aber keine wirkliche Altersüberprüfung statt. Laut den Details der AGB wird aber bei unter 18-Jährigen das Einverständis der Erziehungsberechtigen benötigt. Da Ihr ja gemeinsam mit Euren Kids den Account erstellt, wird das ja in diesem Fall so sein. Ihr könnt das Konto auch mit bestehendem Konto bei Google, Facebook, Instagram oder Twitter verknüpfen, was ich persönlich nicht empfehlen kann. Richtet am besten auch ein Konto für Euch ein und macht coole und lustige Musik-Videos.

3. Tipp: Achtet auf Sicherheits- Einstellungen um eure Kinder besser zu schützen

Klar ist eine 100-prozentige Sicherheit nicht garantiert, aber mit ein paar Einstellungen bewegen sich Eure Kids sicherer im Netz und auch in der App. Um die Einstellungen zu ändern, klickt Ihr in der App auf in der Menüleiste auf das Menschensymbol und geht dann auf „Profil bearbeiten“. Dann klickt Ihr auf „Privatsphäre und Sicherheit“. Verbergt den Standort und stellt das Profil auf privat. Und stellt ein, dass nur Freunde gepostete Beiträge sehen, darauf reagieren und kommentieren können, die vorher eine Genehmigung von Euren Kids erhalten, um dem Account zu folgen. Auch das Verschicken von Nachrichten und die Einladung zum Duett würde ich nur Freunden empfehlen, die Ihr auch persönlich gut kennt. So können Fremde keine Nachrichten an Eure Kids verschicken und sie bleiben nebenbei auch von Spamnachrichten verschont. 

Denkt dran: Wenn Videos öffentlich gepostet werden, können sie nicht nur von jedem gesehen, sondern auch gespeichert und weiter verbreitet werden. 

4. Tipp: Vereinbart klare Regeln für die Nutzung

Die Kids sollten nur Anfragen von Followern genehmigen, bei denen sie sich sicher sind, dass sie die Leute kennen. Auch bei Tik Tok gibt´s leider schwarze Schafe und Fakeprofile. Überlegt gemeinsam mit Euren Kids, in welcher Form welche Clips veröffentlicht werden könnten und was es bedeuten kann. Auch bei Freunden gibt es manchmal unangemessene Kommentare und Nachrichten. Zeigt deshalb Euren Kids, wie sie Benutzer sperren können und habt ein offenes Ohr und sagt es Euren Kids auch.

Erklärt Euren Kids auch, warum es wichtig ist, dass sie bestimmte Inhalte nicht sehen sollten und aktiviert unter dem Punkt „Digital Wellbeing“ die Jugendschutzeinstellungen. Da könnt Ihr den eingeschränkten Modus verwenden, um die Kids vor Inhalten zu schützen, die nicht für ihr Alter gedacht sind. Keine Garantie, dass es 100 Prozentig funktioniert, aber ein erster Schritt in Richtung „sicheres Surfen für Kids“.

Vereinbart mit Euren Kids auch eine Zeit, wie lange sie die App nutzen dürfen. Falls sie doch länger als vereinbart vor dem Smartphone sitzen gibt´s die Zeitmanagement-Funktion. Mit dieser Funktion könnt ihr die Nutzung auf 60 Minuten am Tag beschränken, wenn die Kids weiter Tik Tok nutzen wollen, wird  ein von euch erstelltes Passwort benötigt, um die App dann zu entsperren. 

5. Tipp:  Behaltet das Profil Eurer Kids im Blick

Gebt ihnen aber nicht das Gefühl, dass Ihr sie ständig kontrolliert. Trotzdem ist es wichtig, was auf ihrem Profil passiert. Vor allem beim Thema Cybermobbing kann sehr schnell etwas schief laufen. Es findet laut Beschreibung der Betreibern wohl eine eine 24-Stunden-Moderation statt. Dabei werden Inhalte auf ihre Rechtmäßigkeit geprüft. Verlasst Euch nicht darauf und trefft klare Absprachen über die Nutzung von Tik Tok! Was ist Euch wichtig, wie sieht es mit Persönlichkeitsrechten aus usw. Wenn Eure Kids etwas posten, das Ihr unangebracht findet, löscht gemeinsam mit ihnen den Beitrag und redet mit ihnen darüber und erklärt in Ruhe Eure Situation. Ein Verbot der Nutzung der App kann negative Auswirkungen haben, weil die Kids dadurch vielleicht ausgeschlossen werden.

Bei aller Vorsicht habt trotzdem Spaß bei der Nutzung                                                                                                                                                                                                                                 

Dafür ist die App auch da! Wenn Ihr diese 5 Tipps beherzigt, steht dem Fun mit Tik Tok und den lustigen Videos mit Euch und euren Kids nichts mehr im Wege.

In diesem Sinne: Feeel Spaß euch beim Ausprobieren und macht nix kaputt! :-)

Euer Walter

Mehr von Walter


Webstreams: Hier reinhören


Original Ostermann

Nicht nur im Radio, sondern auch jeden Samstag lässt Euch unser Ostermann in seiner Kolumne "Original Ostermann" an seinen Erlebnissen teilhaben.


Die Mama-Kolumne: ÜberMütter

Jeden Mittwoch nehmen Euch Marie-Christine und Julia mit in die Welt des ganz normalen Mütter-Wahnsinns.


WWW - Walters Wide Web

Was gibt's neues bei WhatsApp? Was ist TikTok eigentlich und wie funktioniert die neue Facebook-Challenge? Unser Web-Walter hält Euch jeden Montag auf dem Laufenden!