Warum der Valentinstag genau das richtige für Eltern ist

Ich liebe Blumen. Und ich hasste den Valentinstag. Alles Geldmacherei dachte ich, viel zu viel unnötiger Schnickschnack (Klopapier, Pizza und Backcamembert in Herzchenform? Bitte???), viel zu viel Schnulz und dank des gesellschaftlichen Drucks viel zu wenig echte Aufmerksamkeit für den Partner – und dann wurde ich Mama.

Was unterscheidet den Valentinstag vom Muttertag?

Seit ich Mama bin, hat auch der Valentinstag irgendwie mehr Aufmerksamkeit in meinem Leben bekommen – und das völlig ungewollt. Immer dachte ich, dass es doch eigentlich völlig normal sein sollte, seinem Lieblingsmenschen mit kleinen, aber besonderen Aufmerksamkeiten eine Freude zu machen. Nicht nur an einem Tag im Jahr, wenn es alle tun. Aber ich muss zugeben: Ich genieße auch den Muttertag, obwohl ich sage, dass er ja eigentlich ein ganz normaler Tag sein sollte. Ich feiere den Vatertag, weil ich mich freue, dass mein Papa da immer so süß rot wird durchs Telefon und ich genau weiß, dass er sich über Vatertagsgrüße freut, auch wenn er behauptet, das sei ja ein ganz normaler Tag. Und nun also auch der Valentinstag.

Wenn Alltägliches zu Besonderem wird

Es ist ja nämlich so: Früher, so ganz früher, also ohne Kinder, da war ein Valentinstag in meiner Beziehung in der Tat ein Tag wie jeder andere. Immerhin hatten wir ja jeden Tag uneingeschränkt die Möglichkeit dazu, uns gegenseitig mit kleinen Alltagsfreuden zu beschenken: Abends in die Cocktailbar oder ins Kino gehen oder einfach zusammen mit einer Tiefkühlpizza auf dem Sofa zu gammeln – Sonntagmittag im Schlabberlook versteht sich. Und wie war unser spontane Wochenendausflug nach Paris romantisch!

Wieso die Kinder "einfach mal vergessen"?

Jetzt, mit 2 Kindern, sieht das etwas anders aus: Zwar verbringen wir jeden Tag glücklicher Weise sehr viel Zeit zusammen, aber eben nicht mehr alleine. Und das ist gut so! Wir machen Spielplätze unsicher, entdecken bei Fahrradtouren neue Wege, stöbern durch den Wald oder backen alle zusammen Pizza. Nur: Die Zeit zu zweit ist in unserem Alltag ziemlich beschränkt. Das Kuriose daran: Wir merken es gar nicht! Es ist für uns ganz normal geworden, dass mein Mann und ich uns erst wenn alle Kinder schlafen fragen können, wie denn eigentlich der Tag des jeweils anderen war. Was so ansteht die kommenden Tage. Und wie das letzte Telefonat mit Onkel, Tante und Oma war.

Gemeinsames Ausgehen ohne Kinder? Für uns sind mangels Babysitter in der Umgebung Rendez-Vous mit meinem Mann wirklich sehr selten geworden.  Und wenn es dann tatsächlich mal eins gibt, haben wir beide immer aus Sorge um das Wohlergehen der Kinder (und der Babysitter…) die Smartphones auf dem Restauranttisch liegen. Und irgendwie fühlt sich das auch nicht richtig an, dieses „die Kinder einfach mal für ein paar Stunden vergessen“.

Valentinstag: Raus aus der Elternrolle

Keine Frage: Die Kinder haben uns geerdet. Zu Eltern gemacht und vor die knifflige Aufgabe gestellt, trotzdem eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Ihr kennt diese Phrase ja sicher aus sämtlichen Er- und Beziehungsratgebern. Was habe ich früher darüber stets den Kopf geschüttelt. Jetzt weiß ich: Es ist nun mal so wahr! Und genau deswegen feiere ich den Valentinstag seit ich Mama bin wirklich gerne. Ist er gerade für ELTERN doch geradezu eine Aufforderung, den eigenen Mann mal nicht Papa zu nennen und die Frau nicht Mama, sondern sich für mindestens (!) einen Tag wieder bewusst zu werden, dass wir ja auch Partner und Partnerin sind.

Vielleicht nicht unbedingt mit einem Rendez-Vous mit Candlelight-Dinner, aber immerhin mit einem kleinen Gruß aus der Vergangenheit: Im Schlabberlook, mit selbst gemixten Cocktails zu Hause, Tiefkühlpizza, dazu die Playlist vom Roadtrip nach Paris, einem Filmabend - und mit einem klassischen Blumenstrauß.

Liebe Grüße,

Eure Julia

Wie seht Ihr das? Feiert Ihr den Valentinstag oder ist er für Euch ein Tag wie jeder andere? Habt Ihr noch Tipps für eine gemeinsame Zeit mit dem Partner? Schreibt mir gerne auf !

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