Über Ostergeschenke

Die letzten Tage standen bei uns ganz im Zeichen von Ostern. Angefangen hat es mit Mürbteig-Häschen, die ich mit meinen Jungs gebacken habe. Dann wurden gekochte Eier gefärbt (und die Küchenfliesen auf dem Boden unfreiwillig ein wenig mit...). Schließlich ist mein Großer mit Opa in den Garten gegangen und hat ein paar Zweige für den Osterstrauß abgeschnitten, für den die Kinder dann noch ein paar ausgeblasene Eier bemalt haben. 

Wie viele Geschenke sind angemessen?

Soweit, so gut. Aber all diese Vorbereitungen, all die Vorfreude und das tägliche Nachfragen, wie laaaange es denn noch bis Ostern ist, haben für meine Kinder hauptsächlich einen Hintergrund: Die Schokolade und die Geschenke, die der Osterhase bringen wird! Und jedes Jahr stehen wir Eltern an diesem Punkt wieder vor derselben Frage: Wie viele Geschenke sind für Ostern angemessen, wie viel Geld darf dafür ausgegeben werden und wie entscheidet man sich zwischen „Kleinigkeit“ und „an-Ostern-darf-es-schon-ein-BISSCHEN-mehr-sein“?

Was "dürfen" Ostergeschenke kosten?

Heute Vormittag kam meine liebe Kollegin Julia auf mich zu und fragte mich: „Sag mal, gehen 4 Euro für ein Ostergeschenk?“ Ich war erst verwirrt und hab blitzschnell in meinem Kopf den Preis für all die Geschenke für meine Jungs überschlagen und musste schlucken. VIER Euro? Also wenn Julia DAS tatsächlich zu viel fand, war ich (wie in jedem Jahr) wohl komplett maßlos und absolut drüber. 

Aber ich hatte mich geirrt: Julias Familie konnte nicht nachvollziehen, dass sie so WENIG für ihre Tochter ausgegeben hatte. Aber die Kleine wünscht sich nun mal ein Lupenglas - und das (und nur das) soll sie eben auch von ihren Eltern bekommen. Absolut nachvollziehbar. Zumal die restliche Familie ja auch noch was schenken wird. 

Ist Ostern das kleine Weihnachten?

Bei meinen Jungs sieht das allerdings anders aus: Sie haben, wie zu Weihnachten, tatsächlich eine Wunschliste für den Osterhasen geschrieben. Und das schon vor Wochen. Lego Technik, Actionfiguren, Brettspiele, Kuscheltiere,... das volle Programm!

Jetzt will ich natürlich nicht all diese Wünsche erfüllen. Schließlich ist Ostern eben Ostern - und NICHT Weihnachten. Und im Grunde meines Herzens weiß ich auch, dass eine Kleinigkeit absolut ausreichen würde. Theoretisch. Aber dann erinnere ich mich an die Osterfeste meiner Kindheit. Mein Bruder und ich sind durch den riesigen Garten meiner Eltern gestapft und hatten einen Riesenspaß beim Suchen. Und genau in diesem Garten wird (aus Ermangelung eines eigenen) auch heute noch gesucht. Jetzt mit meiner eigenen Familie. Und nur ein einziges Geschenk suchen? Das geht einfach nicht! 

Traditionen leben und lieben

Wie habe ich es geliebt, in Sträuchern, unter Blumentöpfen oder zwischen Tulpen und Narzissen nach etwas zu suchen, das da vorher noch nicht war. Das bunt verpackt war. Und das der Osterhase extra für MICH versteckt hatte! 
Und jetzt liebe ich es fast genau so sehr, meine Kinder dabei zu beobachten und sie gegebenenfalls ein bisschen zu leiten. Und ganz ohne Suche geht es auch für die Erwachsenen nicht - dafür sorgt der elterliche Osterhase auch heute noch.

Also habe ich eben doch wieder viel zu viele Geschenke besorgt. Das ist unvernünftig und unnötig. Und die Kinder werden verwöhnt. Und vielleicht verlernen sie es sogar, sich auch über weniger (oder kleinere Geschenke) zu freuen. Aber dann denke ich: Es ist Ostern! Und es muss gesucht werden! Und meine Kinder sind die tollsten Kinder der Welt und haben das alles doch verdient! 

Letzten Endes gibt es wohl kein richtig oder falsch. Ich freue mich jedenfalls schon auf das Osterfest und die strahlenden Gesichter meiner Jungs. Und dass ich mal wieder komplett übertrieben habe, was die Geschenke angeht... Das akzeptiere ich achselzuckend und denke mir: An Ostern darf‘s auch ein bisschen mehr sein.

Frohe Feiertage,
Eure Marie-Christine

Wie geht es Euch mit dem Thema? Schenkt Ihr zu Ostern viel, wenig oder wie geht Ihr mit der Geschenkefrage um? Schreibt mir gerne an mama_at_antenne1.de!