Es sind doch nur Kinder!

Am liebsten wäre es mir, alle würden sich immer gut verstehen. Ich gehe Konflikten gern aus dem Weg und versuche, mit den Menschen um mich rum ein gutes Verhältnis zu pflegen. Mancher nennt das höflich, andere sprechen schon von harmoniesüchtig. Zwar ist mir mit zunehmendem Alter die Meinung der anderen nicht mehr ganz so wichtig wie früher, aber ich hätte schon gerne, dass man mich mag und in meiner Nähe nicht gleich das Weite suchen will.

Das klappt im großen und ganzen auch ganz gut. Anders sieht das bei meinen Kindern und deren Spielkameraden aus. Da gibt es immer wieder Streitereien, Kabbeleien, bis hin zu Handgreiflichkeiten, bei denen im Nachhinein niemand sagen kann, was der genaue Anlass war oder wer den Streit initiiert hat. Und dann steht man als Mama dumm da. Wenn dann noch die Eltern der jeweils anderen Kinder das Gespräch suchen, wird es richtig unangenehm.

Eltern vs. Eltern

Diese Gespräche zwischen Eltern streitender Kinder können unterschiedlich laufen: Entweder, man wirft sich in der Hitze des Gefechts sämtliche Dinge an den Kopf, die in der Vergangenheit (laut der Kinder) schon vorgefallen sind und unter denen die eigenen Kinder gelitten haben, oder man gibt sich einsichtig, appelliert demonstrativ an das Gewissen des eigenen Kindes, gelobt Besserung und bittet es, sich beim anderen zu entschuldigen. 

Und beide Varianten sind letzten Endes unbefriedigend. Lautstarke Beschwerden und „...aber Dein Kind hat doch damals auch...“ - Vorwürfe wirken zwar im ersten Moment befreiend, lassen aber das ungute Gefühl zurück, mit zweierlei Maß zu messen und das Fehlverhalten der Anderen schlimmer zu bewerten, als das der eigenen Kinder. 
Umgekehrt ist der Elternstreit mit einem wohl gemeinten „...ich werde mit meinem Kind sprechen, so etwas kommt sicher nicht mehr vor...“ zwar schneller beendet, aber welche Mutter denkt schon ernsthaft, dass das eigene Kind die Wurzel allen Übels ist..? Eben. 

Die Sicht der Kinder hören

Wie also reagieren? Wie mit Eltern - und Kindern! - umgehen, wenn es zu Streitereien kommt, die keiner der Erwachsenen tatsächlich miterlebt hat und bewerten kann? Hinter dem Kind stehen, komme was wolle und seine Unschuld verteidigen oder Besserung geloben, das eigene Kind zur Rede stellen und klein beigeben? 

Der Mittelweg ist wohl wie so oft die beste Lösung. Wichtig ist meiner Meinung nach, so ein Gespräch immer im Beisein der jeweiligen Streithähne zu führen und sie direkt auf die Vorwürfe und Vorkommnisse anzusprechen. Ihre Sicht der Dinge zu hören und zu versuchen, möglichst objektiv zu bleiben.
Und auch nach dem Gespräch, wie auch immer es ausgeht, mit dem eigenen Kind zu sprechen und ihm zu erklären, worauf es ankommt, um Streitereien zu vermeiden. An die Vernunft des Kindes zu appellieren, ihm mit Beispielen aufzuzeigen, was unsoziales Verhalten für Konsequenzen haben kann und wie man in Konfliktsituationen am besten reagiert.

Wie sehr Ihr das? Wie reagiert Ihr bei Streit zwischen Euren Kindern und anderen? Wie geht Ihr mit den anderen Eltern um? Schreibt es mir an . Ich freue mich auf Eure Nachrichten!

Liebe(volle) Grüße,
Marie-Christine

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