Credit Card Challenge? Lieber Zeit statt Zeug!

Kennt Ihr das? Was vor ein paar Jahren echt noch lustig und neu war, mutiert jetzt immer mehr ins Lächerliche: So genannte Web-Challenges. Gerade macht die Credit Card Challenge die Runde. Und die geht so: Schaffen es Kinder, eine an der Wand herunter rutschende Kreditkarte mit der Stirn zu stoppen, dürfen sie sich über einen großen Einkauf im Spielzeugladen freuen.

Das sieht dann in etwa so aus:

Zugegeben: Das sieht lustig aus. Und finde ich lange nicht so schlimme wie neulich die Cheese Challenge, bei der man Babys eine Scheibe Käse ins Gesicht wirft. Trotzdem würde mich die Credit Card Challenge nicht hinterm Ofen vorlocken, wenn nicht die Tatsache wäre, dass hier Kindern ein scheinbar toller Preis dafür versprochen wird, wenn sie den Kopf an die Wand schlagen. Denn das tun sie auf jeden Fall - ob sie die Kreditkarte fangen oder nicht.

Mit dem Kopf gegen die Wand

Klar, Spielzeuge sind für Kinder was tolles. Doch muss ich als Eltern das an Bedingungen wie diese knüpfen? Wohl kaum. Es ist ja in manchen Kreisen schon verpönt, Spielzeug als Belohnung für Zimmer aufräumen und ähnlichem in Aussicht zu stellen, was ist dann erst mit dem Kopf an die Wand schlagen?

Zeit statt Zeug

Lassen wir das alles vielleicht einmal aussen vor und schauen auf die 2. Seite der Challenge: Dem Geld. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass gerade Menschen im Alter meiner Eltern nicht nur viele Dinge mitbringen wenn sie kommen, sondern meinen Kindern zusätzlich immer etwas kaufen wollen. Nach dem Motto "Dann gehen wir in den Spielzeugladen und du suchst dir alles aus was du möchtest!". Habt Ihr vielleicht auch schon erlebt. Meine Große findet das vielleicht anfangs ganz toll, aber mit dem ganzen Aufwand drumrum (in den Laden fahren, sich für etwas entscheiden, auspacken, ggf. aufbauen) verliert sie meist recht schnell die Lust daran. Sie ist eher der Abenteuer-Typ und steht ganz klar auf Zeit statt Zeug. Zeit auf dem Spielplatz. Zeit im Schwimmbad. Zeit beim Radfahren oder Zeit für stundenlanges Büchervorlesen. Sie selbst kommt dabei auf die schönsten Ideen: Picknick auf dem Klettergerüst, Kekse backen, verkleiden... Phantasie voraus!

Schenkt Erinnerungen!

Lassen sich dann unsere Besucher wirklich darauf ein (zwangsweise müssen sie das in der Regel sowieso) staunen sie beim nächsten Besuch nicht schlecht: Denn Biba* kann sich an die allermeisten Dinge noch sehr genau erinnern. Und genau das macht mich dann stolz und zeigt mir, dass es wirklich viel sinnvoller ist, den Kindern Erlebnisse und Erinnerungen zu schenken, als die 4. Puppe und den 5. Fußball.

Also, liebe Omas, Opas, Urgroßtanten und Freunde der Familie: Versucht von den materiellen Dingen loszulassen und schenkt Euren kleinen Freunden lieber unvergessliche Erlebnisse und Erinnerungen!

Eure Julia

Wie seht Ihr das? Schreibt mir eine Mail an !

*Meine Tochter heißt nicht Biba ;-)

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