Abnehmen - wie erkläre ich es meinen Kindern?

Es ist soweit: Die Fastenzeit beginnt! Und alle Jahre wieder ist es die Zeit, in der so viel über Essen gesprochen, geschrieben und philosophiert wird, wie jetzt. Ob vegetarisch, vegan, laktosefrei, low-carb, bio,... Ständig werden wir darüber aufgeklärt, was man am besten wann zu essen hat - und vor allem: Was nicht! Ich selbst bin stark beeinflusst davon und überlege quasi bei allem, was ich zu mir nehme, ob ich das denn jetzt "darf" oder nicht.

Meine Kindheit als "Moppelchen"

Als Kind und Jugendliche war ich immer ein bisschen fülliger als die Anderen. Und ich weiß: Kinder können grausam sein. An manche verletzenden Kommentare erinnere ich mich noch genau so deutlich wie an den Moment, als ich vom Tod Lady Dianas gehört habe oder als die Flugzeuge ins World Trade Center gekracht sind. Dieser Vergleich mag vielleicht etwas drastisch wirken, aber in dieser entscheidenden Phase des Älterwerdens und des „Selbstwerdens“ waren diese Äußerungen (heute würde man wohl „Mobbing“ dazu sagen) zutiefst verletzend und einschneidend. 

Selbstvertrauen ins Aussehen stärken

Und eins weiß ich mit Sicherheit: Wenn es irgendwie geht, möchte ich meine Kinder vor derartigen Erfahrungen bewahren.
Bisher sind beide Jungs ziemlich schmal und weit davon entfernt, als „Moppelchen“ ausgelacht zu werden. Aber da kommt mir gleich der nächste Gedanke: Was, wenn es anders wäre? Sie wären auch mit ein paar Kilos mehr die wundervollsten Geschöpfe auf Erden! Und das sollen sie wissen und nie vergessen. Sie sollen sich so lieben, wie sie sind, sollen auf die Meinung anderer pfeifen und zu sich stehen. Aber wie um alles in der Welt soll das funktionieren in einer Welt, in der immer mehr nach Perfektion gestrebt wird, in der jeder kleinste Makel dank diverser Fotofilter wegretouchiert wird und in der schon die Kleinsten im Kindergarten mahnend darauf hingewiesen werden, dass Nutella (das mein Kleiner AUSNAHMSWEISE einmal bekommen hat, weil ich es verplant hatte, einkaufen zu gehen) aber nun wirklich nicht der adäquate Brotaufstrich für‘s Pausenvesper ist - nicht etwa, weil er ungesund ist, sondern weil er dick macht. 

Kann ich als Mama mit einer Diät Vorbild sein?

Natürlich ist gesunde Ernährung wichtig. Schon unsere Kinder werden immer häufiger übergewichtig und es ist absolut notwendig, sie über die Qualität der unterschiedlichen Lebensmittel aufzuklären. Aber wo ist die Grenze?
Ich bin ja selbst das beste Beispiel: Seit Jahren verzichte ich abends auf Kohlenhydrate, ich versuche, so wenig Süßes wie möglich zu essen und seit ein paar Wochen intervallfaste ich auch. Das bedeutet, 16 Stunden nichts zu essen (nicht mal einen Milchkaffee morgens - und DAS ist wirklich hart!!).

So sitze ich also beim Abendessen ohne Teller und mit meiner Tasse Tee zwischen meiner Familie und schaue den Anderen beim Essen zu. Das ist okay für mich, denn ich will es so. Aber was bin ich für ein Vorbild für meine Kinder? Was sagt ihnen die Tatsache, dass Mama abends nie mit isst? Natürlich fragen sie, warum ich das so mache. Und natürlich antworte ich wahrheitsgemäß: Weil ich nicht zunehmen möchte. 

Bewusster Umgang mit Essen - für Kinder erklärt

Essen bedeutet also dick werden? Gott bewahre! Meine Kinder sollen bloß nicht jetzt schon mit diesem ganzen Ernährungswahnsinn beginnen! Aber wie bringe ich Ihnen einen vernünftiges Verhältnis zum Essen wahr, wenn ich selbst gefangen bin in meinen Ernährungsplänen und selbst gesteckten Zielen. Was tun? 

Ich versuche meinen Kindern den Unterschied zwischen dem Essverhalten von Kindern und dem von Erwachsenen zu erklären. Ich sage ihnen, dass sie essen müssen, um „groß und stark“ zu werden - wohingegen Mama höchstens noch in die Breite wächst. Nutella gibt es (bis auf den einen Ausrutscher mit dem Vesperbrot) nur am Wochenende und ich achte auf eine abwechslungsreiche und möglichst ausgewogene Ernährung und spreche auch mit meinen Kindern darüber. Trotzdem essen meine Kinder Süßigkeiten und lieben Mc Donald‘s. Aber eben nur ab und zu (zumindest das Fastfood...). 

Mut zum Spaß am Essen

Meine Kinder sollen lernen, dass Essen wichtig und etwas Wundervolles ist und man es nicht wegwerfen sollte. Sie sollen Spaß am Essen haben! Ohne zu sehr darüber nachdenken zu müssen. Und ich? Ich werde mir jetzt meinen nächsten Früchtetee machen und mir ausmalen, was ich alles gerne essen würde - wenn ich es mir selbst nur erlauben würde...

Eure Tipps sind gefragt!

Wie erklärt Ihr Euren Kindern eine Diät? Ich freue mich über Eure Ratschläge! Schreibt mir gerne an mama_at_antenne1.de!

Eure Marie-Christine