6 Dinge, die Ihr über Kinder im Straßenverkehr wissen müsst

Diese Woche war ich wieder mal im Außeneinsatz. Bei der Aktion „Achtung Kinder!“ habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen Warnbaken aufgestellt, mit Eltern und Schülern geredet und Reflektoren verteilt. Mir ist das Thema Kinder im Straßenverkehr unheimlich wichtig – denn meine Große hat neulich, völlig überraschend etwas sehr Gefährliches getan:

"Kommt doch nie was, Mama!"

Meine Biba (4) hat sich mit unserem Nachbarkind angefreundet. Und immer, wenn sie fragt, ob sie bei Luis klingeln darf, bin ich ein bisschen stolz auf sie: Dann ist sie mächtig stolz, steht vorbildlich am Fahrbahnrand, schaut links und rechts und geht dann schnellen Schrittes direkt hinüber zur anderen Straßenseite. Bis vor kurzem. Da ist sie einfach ohne zu schauen über die Straße gerannt. „Kommt doch nie was!“ hat sie gerufen, und ist fröhlich in Luis‘ Garten gerannt. Ich blieb sprachlos auf der anderen Seite stehen. Ist ihr die Gefahr nun doch nicht so bewusst, wie es bisher den Anschein machte? Diese Woche hatte ich die Gelegenheit, bei unserem Achtung Kinder!-Partner WGV nachzufragen.

Gefahr wird völlig unterschätzt

„Das Verhalten Ihrer Tochter wundert mich nicht“, erklärt mir Marion Elsasser von der WGV. „Sehr junge Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren können ein stehendes von einem fahrenden Auto nicht unterscheiden.“ Krass! Das kann ich mir gar nicht vorstellen! Doch Elsasser erklärt weiter: „Bis ungefähr 6 Jahren können Kinder Entfernungen nicht richtig einschätzen – ob ein Fahrzeug noch sehr weit entfernt ist oder schon sehr nahe ist, ist für das Kind in diesem Alter nicht ersichtlich.“ Bedeutet: Sie können also gar nichts dafür, wenn sie im Straßenverkehr fürs Erwachsene Auge leichtsinnig reagieren?! „In Ihrem Fall empfehle ich, jedes Mal mit Ihrer Tochter über die Straße zu gehen und sie generell bei jeder Straßenüberquerung darauf hinweisen, dass zu schauen ist, ob ein Fahrzeug kommt. Das ist zwar mühselig, aber schärft ihre Sinne.“, rät mir die WGV-Fachfrau.

Das mache ich ab sofort, das steht fest. Leider sind die anderen Kinder meistens kein gutes Vorbild, und auch von ihnen schaut sich meine Große viel ab. Wiederholen, wiederholen, wiederholen ist da die Devise. Das merkte ich auch bei den Schülern unserer Achtung Kinder!-Aktion.

Die 6 wichtigsten Dinge, die Ihr über Kinder im Straßenverkehr wissen müsst

Wie ihr ja vielleicht wisst starten wir jedes Jahr nach den Sommerferien gemeinsam mit den WGV-Versicherungen und Blicki Blickts die Aktion „Achtung Kinder!“ Gerade jetzt, wo es wieder dunkler ist morgens sollte Euch als Eltern und Autofahrer stets bewusst sein dass Kinder….

… erst ab 4 überhaupt ein Gefahrenbewusstsein entwickeln

… ab 9 Jahren ein vorbeugendes Gefahrenbewusstsein entwickeln, also Gefahren frühzeitig erkennen und präventiv reagieren können

… bis zum 10. Lebensjahr große Probleme beim Schätzen von Entfernungen haben

… in Gefahrensituationen deutlich langsamer reagieren als Erwachsene, nämlich fast drei Mal so lang

… oft einfach auch zu klein sind, um den nötigen Überblick zu haben, z.B. wenn ein Auto aus der umzäunten Ausfahrt fährt

… Kinder sehr Ich-Bezogen sind und davon ausgehen, dass auch sie gesehen werden, wenn sie etwas sehen

Werdet zum 100 % igen Vorbild!

Ganz besonders wichtig ist laut Mathias Hübner die Vorbildfunktion durch uns. Wenn wir uns nicht an die Spielregeln halten, dann werden unsere Kinder nie verstehen, warum sie das machen sollten. Das ist zwar schwer, weil wir vieles einfach unterbewusst tun, aber wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht, sollten wir alles daran setzen, sie zu vorbildlichen Verkehrsteilnehmern zu erziehen – Bequemlichkeit hin oder her!

Wie gehen Eure Kids im Straßenverkehr um? Habt Ihr Tipps für mich? Ich liebe ja zum Beispiel die Schulweghitparade von Rolf Zuckowski und Neonklamotten. Und Ihr? Schreibt mir an

Liebe Grüße,

Julia

Wer kennt sie noch, die Schulweg-Hitparade?

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