10.000 Schritte am Tag

Ich hatte Samira schon ewig nicht mehr gesehen. Wir haben damals zusammen Abi gemacht und uns in den folgenden Jahren aus den Augen verloren. Instagram sei Dank haben wir uns vor ein paar Monaten wiedergefunden und uns Anfang des Jahres verabredet. 

Mein Vorbild aus der 1. Klasse

Sie sah super aus. Wie damals, nur deutlich erschlankt. Sie erzählte mir von ihrem Ernährungsplan, vom Reiten, vom Joggen - und dass es absolut wichtig sei, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Reiten und Joggen sind für mich keine Option, dachte ich. Aber 10.000 Schritte am Tag? Das muss doch zu schaffen sein!

Ziel: 10.000 Schritte am Tag


Samira zeigte mir, dass mein Handy ohne mein Wissen die ganze Zeit meine Schritte gezählt hatte. Und ich bin erschrocken. 2000? Über die Weihnachtsfeiertage sogar an manchen Tagen nicht mal 1000? Wie konnte das sein? An diesem Abend habe ich beschlossen, jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen. Und ich habe es bis heute durchgezogen. Nur an 2 Tagen habe ich es umständehalber nicht geschafft. Und was soll ich sagen: Ich liebe es! Wegen der Kinder komm ich zwar meistens erst am späten Nachmittag dazu, meine Runde zu drehen, aber ich genieße es sehr. Einfach spazieren gehen, den Kopf frei kriegen und die Landschaft genießen. Ohne Atemnot, ohne Zeitdruck und ohne den Zwang, eine bestimmte Strecke zurück legen zu müssen. Nur meine 10.000 Schritte müssen sein.

Meine Heimat neu erlaufen

Auf diesem Weg habe ich in wenigen Monaten so viel von meiner Heimat kennengelernt, wie in den 35 Jahren zuvor nicht. Ich habe festgestellt, in was für einer wunderschönen Umgebung ich das Glück habe zu leben und wie wunderbar es ist, zu Fuß die Welt zu entdecken. Oder zumindest den Schönbuch, das Ammertal und die Umgebung. Und ich genieße das Alleinsein. Ich ziehe meine Wanderschuhe an, stecke das Handy ein (wegen dem Schrittzähler!!) und laufe los. Meistens ohne einen festen Plan. Ich denke über Vieles nach und bin gleichzeitig weit davon entfernt, zu grübeln. Ich komme zu Schlüssen, die ich eigentlich gar nicht gesucht habe. Und ich tue nebenher noch was für meine Fitness. Natürlich deutlich weniger, als wenn ich ins Fitnessstudio gehen oder regelmäßig Joggen würde. Aber das ist mir egal. 

Ich kann es schaffen, wenn ich will

Diese Auszeiten gehören mittlerweile fest zu meinem Alltag dazu und ich möchte die nicht mehr missen. Und wenn ich dann wieder daheim ankomme, meine Kinder mir schon beim Türöffnen ein freudiges „Maaamiiiii“ entgegenrufen und ich auf meinen Schrittzähler schaue denke ich oft: Danke, Samira!

Eure Marie-Christine

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