Ferien ohne Mama und Papa

Ferien ohne Mama und Papa

Ich erinnere mich noch genau an die wohl schlimmste Zeit meines Lebens: Meine Zeit im Kinderheim. Knapp neun Jahre lang machte ich die Hölle durch. Mit einem Jahr kam ich rein, mit fast zehn erst wieder raus. Dazwischen gab es viele Tränen, Heimweh und Schläge. Das war in den 1970er Jahren leider an der Tagesordnung. Aber, neben diesen vielen psychischen und physischen Belastungen gab es noch eine Sache, die mir bis heute nachhängt. Ich war nicht ein einziges Mal mit meinen Eltern im Urlaub. Damals wurden wir immer mit dem Heim an die Ostsee geschickt. Das ist so schade, dass ich diese Erfahrung auch danach nie machen durfte, wie es ist, Ferien mit Mama und Papa zu machen. Heute bin ich der Papa! Und Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich sehr viel mit meinen Kindern unternehme und verreise. Wir haben so viel Spaß beim Sandburgenbauen oder Mama in den Pool werfen.

Warum schreibe ich Euch das? Weil es auch heute noch Kinder gibt, denen es ähnlich geht. Die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mit ihren Eltern in die Ferien können. Weil sie keine Eltern haben, weil die Familie zerrüttet ist oder aus anderen Gründen. In meiner Zeit im Heim hatte ich eine Klassenkameradin, deren Eltern haben mich des Öfteren eingeladen, um bei ihnen zu spielen. Das hat mir so unsagbar gut getan. Vielleicht gibt es bei Euch in der Umgebung auch das ein oder andere Kind, das so etwas dringend gebrauchen könnte?! Achtet doch mal drauf.

 

Habt weiter schöne Ferien!

Euer Ostermann