Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl

Wir leben in einem freien Land, in dem wir unsere Meinung frei sagen und in dem wir selbst Entscheidungen treffen dürfen. Das ist leider nicht in jedem Land normal. Manchmal allerdings würde ich mir wünschen, dass mir jemand die Wahl abnimmt. Zum Beispiel an der Supermarktkasse. Ich wähle immer die Kasse, an der die Person vor mir gefühlt 20 Minuten Kleingeld rauszählt oder das Obst nicht abgewogen hat. Die Wahl des richtigen Partners ist ja auch so eine Sache. Die Frauen merken erst, wenn sie mit ihm verheiratet sind, was sie sich für einen Höhlenmenschen ans Bein gebunden haben: Weil er sich nicht in der Lage sieht, seine Socken wegzuräumen oder im Sitzen zu pinkeln. Er merkt, nachdem er mit ihr zusammengezogen ist, dass er trotz größerer Wohnung weniger Platz für sich hat. Im Bad stehen zu 90 Prozent ihre Sachen und die Wohnung ist dicht-dekoriert. Schlimm ist auch die Wahl des richtigen Urlaubsortes. Liest man nicht die Bewertungen im Internet, kann sich das Hotel schon mal als tasmanische Tropfsteinhöhle entpuppen.

Ihr merkt schon, dass Wählen nicht so einfach ist. Einfach wäre es, nicht zu wählen, doch dann darf man sich auch nicht ärgern, wenn Dinge für einen entschieden werden, die man nicht mittragen will. Wir sehen uns am Sonntag in der Wahlkabine – also jeder in seiner.  Ihr kennt ja den Unterschied zwischen einem Telefon und der Wahl am Sonntag?! Beim Telefon kann man einfach auflegen, wenn man sich verwählt hat.

 

Liebe Grüße,

Euer Ostermann