Bus- und Bettag

Bus- und Bettag

Wisst Ihr, was ich an meiner Heimatstadt Tübingen neben der Architektur, den tollen Menschen und dem Neckar besonders mag?

Die kostenlosen Busfahrten an jedem Samstag. Ich habe diesen umweltfreundlichen Service erst kürzlich wieder in Anspruch genommen. Die Busse in Tübingen können ja zaubern.

Kaum betrittst Du den Bus vorne beim Fahrer und die Tür schließt sich, fliegst Du automatisch bis zur letzten Bank und klebst dann innerhalb von Sekunden komplett an der Heckscheibe – innen! Das hat wohl was mit der Beschleunigung und den vielen Pferdestärken zu tun, die diese Dinger haben. Die fahren schneller an, als jeder Ferrari. Allerdings nur, wenn ein Mann am Steuer sitzt. Bei Frauen ist mir das noch nicht aufgefallen. Der Vorteil, wenn Du so durch den Bus fliegst, ist, dass Du viele neue Leute kennenlernst. Denn bevor Du hinten ankommst, sitzt Du unfreiwillig auf fünf Schößen oder auf dem ein oder anderen Gesicht. Klar, so ein Fahrplan will eingehalten werden.

Wir Tübinger langweilen uns auf dem Cannstatter Volksfest, denn so rasante Fahrgeschäfte wie unsere Busse gibt es in Stuttgart nicht. Spaß beiseite! Für manche Mama mit Kinderwagen oder älteren Menschen ist es manchmal eine Herausforderung, schnell einen Sitzplatz zu bekommen, bevor die „Rakete“ startet. Die Kirche dürfte sich wohl darüber freuen, denn viele Menschen fangen, sobald sie in den Bus steigen, an zu beten. So gibt es in Tübingen an jedem Samstag jetzt einen Bus- und Bettag.

Wir sehen uns in Tübingen!

Euer Ostermann