Aufstand der Eltern!

Aufstand der Eltern!

Kinder sind der wahre Sinn des Lebens. Sie bereiten uns so viel Freude, bis wir das erste Mal mit ihnen einkaufen gehen. So wie der Papa gestern vor mir im Supermarkt. Er war mit seinem kleinen Sohn schon an der Kasse. Die Einkäufe hatte er schon aufs Kassenlaufband gelegt, als der kleine Kerl alle Süßigkeiten, die der Ladenbesitzer absichtlich genau für diese Zielgruppe dorthin drapiert hat, entdeckte und lautstark den Konsum dieser Köstlichkeiten einforderte. Dies wiederum setzte den Vater unter Druck und machte ihm gehörig Stress. Nicht nur weil die Schlange hinter ihm das Treiben beobachtete, sondern vor allem, weil der kleine Kerl sich schreiend auf dem Boden wälzte, als wäre er von einem Hornissenschwarm angegriffen worden.

Das „Nein“ des Vaters blieb ungehört, die Schweißperlen auf dessen Stirn aber nicht ungesehen. Ich hatte wirklich Mitleid mit ihm – und dem Vater natürlich auch. Die Verkäuferin lächelte ihm mitleidig zu. Als sie ihn fragte, ob er eine Tüte bräuchte, sagte er: „Nein, ich nehme den Kleinen auf den Arm.“ Das ist schon gemein, uns Eltern immer wieder in solch unangenehme Situationen zu bringen, nur um den Konsum anzukurbeln. Aber nicht mit mir. Ich schlage stellvertretend für alle Eltern zurück. Ich werfe mich ab sofort jeden Tag vor der Wursttheke auf den Boden und schreie solange, bis ich endlich eine Bärchenwurst bekomme. Mögen die Spiele beginnen. Wir sehen uns im Supermarkt.

 

Schönes Wochenende,

Euer Ostermann